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Lot Nr. 1172


Ferdinand Georg Waldmüller


Ferdinand Georg Waldmüller - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Wien 1793–1865)
Schwarzhaarige Frau in weißem Kleid und weinrotem Umhang, rückseitig signiert, datiert Waldmüller pinx.1818, Öl auf Leinwand, 63 x 50 cm, gerahmt, restauriert, (Rei)

Verzeichnet und abgebildet in:
Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1957, S. 278, Nr. 37; Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793–1865, Leben, Schriften, Werke, Christian Brandstätter Verlag, Wien 1996, S. 421, Nr. 35

Provenienz:
Privatbesitz, Österreich.<br<br />In der Zeit nach 1815 erlebte die Wiener Porträtmalerei eine neue Blüte. Der Wunsch, sein Abbild der Nachwelt zu hinterlassen, hatte breite Schichten erfasst und sicherte vielen Künstlern ein Auskommen. Ferdinand Georg Waldmüller gehörte zu den produktivsten Porträtmalern seiner Zeit. So umfasst sein Porträtwerk über 500 Objekte. Die erstaunliche Lebendigkeit seiner Bilder lässt sie heute zum Inbegriff der Epoche zwischen Wiener Kongress und 1848er Revolution werden. (Vgl. Felbinger, in: Husslein-Arco, Grabner (Hrsg.), Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 2009, Ausstellungskatalog, S 68)
Als Akademieschüler war Waldmüller bereits „Portrait Mahler“ und als früheste selbständige Kunstübung war es die Bildnismalerei mit der er seinen ersten Lebensunterhalt bestritt. Seit dem Jahre 1811 war der Porträtist als Miniaturmaler tätig. So lernte er die nahsichtige Auffassung des Wirklichen, die kleinteilige Genauigkeit des Darstellens, Schärfe und Eindringlichkeit des Blicks, sowie Geduld. (Vgl. Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S 30).
Das Jahr 1818, in dem das vorliegende Bildnis entstanden ist, bringt einige Porträtaufträge. Der Ausdruck ist nun unmittelbar, natürlich und kraftvoll geworden. Das Inkarnat ist warm und die Wiedergabe des Stofflichen virtuos. (Vgl. Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Leben, Schriften, Werke, Wien 1996, S 28, 29). Die Verbindung von meisterlichem Detailrealismus, frappanter Lebendigkeit und perfekter Illusion von Stofflichkeit zeichnet Waldmüller aus (Vgl. Felbinger, in: Husslein-Arco, Grabner (Hrsg.), Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 2009, Ausstellungskatalog, S 69).
Grimschitz spricht vom „Motiv des ruhigen Sitzens“, das in den Bildern von Waldmüller mit einer außerordentlichen Wandlungsfähigkeit, v.a. im psychischen Ausdruck, vorgestellt wird. So zurückhaltend er das Mienenspiel malt, jede Übersteigerung ebenso vermeidend wie in der Wiedergabe der körperlichen Erscheinung, so lebendig und von aktiver Spannung sind seine Menschen erfüllt. Die Modelle treten mit natürlicher Unbefangenheit vor den Maler, der seine Subjektivität der Auffassung so verleugnet, dass die dargestellten Menschen mit ihrer ganzen Eigenart und ihrer aktiven Selbständigkeit wirken. Waldmüller schuf ungewöhnlich rasch, es genügten drei Sitzungen für ein Bildnis. (Vgl. Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S 39, 42). Allerdings brauchte der Maler den permanent kontrollierenden Blick auf das Modell beim Malen, denn die Nachahmung der Natur hatte stets Vorrang. (Schröder, Waldmüller, München 1990, S 10).

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

22.10.2015 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 12.500,-
Schätzwert:
EUR 12.000,- bis EUR 16.000,-

Ferdinand Georg Waldmüller


(Wien 1793–1865)
Schwarzhaarige Frau in weißem Kleid und weinrotem Umhang, rückseitig signiert, datiert Waldmüller pinx.1818, Öl auf Leinwand, 63 x 50 cm, gerahmt, restauriert, (Rei)

Verzeichnet und abgebildet in:
Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Verlag Galerie Welz, Salzburg 1957, S. 278, Nr. 37; Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793–1865, Leben, Schriften, Werke, Christian Brandstätter Verlag, Wien 1996, S. 421, Nr. 35

Provenienz:
Privatbesitz, Österreich.<br<br />In der Zeit nach 1815 erlebte die Wiener Porträtmalerei eine neue Blüte. Der Wunsch, sein Abbild der Nachwelt zu hinterlassen, hatte breite Schichten erfasst und sicherte vielen Künstlern ein Auskommen. Ferdinand Georg Waldmüller gehörte zu den produktivsten Porträtmalern seiner Zeit. So umfasst sein Porträtwerk über 500 Objekte. Die erstaunliche Lebendigkeit seiner Bilder lässt sie heute zum Inbegriff der Epoche zwischen Wiener Kongress und 1848er Revolution werden. (Vgl. Felbinger, in: Husslein-Arco, Grabner (Hrsg.), Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 2009, Ausstellungskatalog, S 68)
Als Akademieschüler war Waldmüller bereits „Portrait Mahler“ und als früheste selbständige Kunstübung war es die Bildnismalerei mit der er seinen ersten Lebensunterhalt bestritt. Seit dem Jahre 1811 war der Porträtist als Miniaturmaler tätig. So lernte er die nahsichtige Auffassung des Wirklichen, die kleinteilige Genauigkeit des Darstellens, Schärfe und Eindringlichkeit des Blicks, sowie Geduld. (Vgl. Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S 30).
Das Jahr 1818, in dem das vorliegende Bildnis entstanden ist, bringt einige Porträtaufträge. Der Ausdruck ist nun unmittelbar, natürlich und kraftvoll geworden. Das Inkarnat ist warm und die Wiedergabe des Stofflichen virtuos. (Vgl. Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793-1865, Leben, Schriften, Werke, Wien 1996, S 28, 29). Die Verbindung von meisterlichem Detailrealismus, frappanter Lebendigkeit und perfekter Illusion von Stofflichkeit zeichnet Waldmüller aus (Vgl. Felbinger, in: Husslein-Arco, Grabner (Hrsg.), Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 2009, Ausstellungskatalog, S 69).
Grimschitz spricht vom „Motiv des ruhigen Sitzens“, das in den Bildern von Waldmüller mit einer außerordentlichen Wandlungsfähigkeit, v.a. im psychischen Ausdruck, vorgestellt wird. So zurückhaltend er das Mienenspiel malt, jede Übersteigerung ebenso vermeidend wie in der Wiedergabe der körperlichen Erscheinung, so lebendig und von aktiver Spannung sind seine Menschen erfüllt. Die Modelle treten mit natürlicher Unbefangenheit vor den Maler, der seine Subjektivität der Auffassung so verleugnet, dass die dargestellten Menschen mit ihrer ganzen Eigenart und ihrer aktiven Selbständigkeit wirken. Waldmüller schuf ungewöhnlich rasch, es genügten drei Sitzungen für ein Bildnis. (Vgl. Bruno Grimschitz, Ferdinand Georg Waldmüller, Salzburg 1957, S 39, 42). Allerdings brauchte der Maler den permanent kontrollierenden Blick auf das Modell beim Malen, denn die Nachahmung der Natur hatte stets Vorrang. (Schröder, Waldmüller, München 1990, S 10).

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 22.10.2015 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.10. - 22.10.2015


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.