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Lot Nr. 119


Ferdinand Georg Waldmüller


Ferdinand Georg Waldmüller - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Wien 1793–1865)
Großmutter mit drei Enkelkindern, signiert, datiert Waldmüller 1854, Öl auf Holz, 48,5 x 37 cm, gerahmt, gerostet (Rei)

Provenienz:
Auktion Wawra, Wien 29–30. Januar 1883, Lot 94, F
ranz Terzer erworben ebendort;
Auktion Wawra, Wien 12. Januar 1891, Lot 180,
Donat Zifferer erworben ebendort;
Ernst und Else von Gotthilf (geborene Zifferer) bis 1939;
Zwangsversteigerung Auktionshaus Weinmüller, Wien, 15.-17. März 1939, Lot 463, A
nkauf für das Führermuseum Linz durch Maria Almas-Dietrich;
Central Collecting Point, München 1945;
Überweisung an den Bayerischen Ministerpräsidenten durch die Alliierten 1949;
Leihgabe im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg seit 1968;
Restitution an die Rechtsnachfolger nach Ernst und Else Gotthilf im Januar 2012.

Abgebildet und verzeichnet in:
Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793–1865, Leben-Schriften-Werke, Verlag Christian Brandstätter, Wien1996, S.527, Nr.952 und 1090.
Das vorliegende Gemälde wurde im Werkverzeichnis von Rupert Feuchtmüller unter der Nummer 952 und 1090 zweimal mit unterschiedlichen Datierungen gelistet. Im Zuge der Provenienzrecherchen und in Absprache mit dem Ferdinand Georg Waldmüller Archiv des Belvederes hat sich herausgestellt, dass es sich um ein und dasselbe Bild handelt.

Ausgestellt:
Residenzgalerie Salzburg 1953;
Barockschloss Riegersburg, Familie, Ideal und Realität, Niederösterreichischen Landesausstellung, Barockschloss Riegersburg, Melk 1993.

Künstlerhausetikett Wien 1931, 1126 von Mag. Paul Rachler bestätigt.

Ferdinand Georg Waldmüller
ist wohl der berühmteste österreichische Künstler des 19. Jahrhunderts. 1793 in Wien geboren, besuchte er nur unregelmäßig die Akademie in Wien, kam über die Miniaturmalerei und die Tätigkeit als Kulissenmaler am Theater zur Landschafts-, Portrait- und Genremalerei und entwickelte sich zu einem Meister in all diesen Bereichen. Ihn lediglich als typischen Vertreter des Biedermeiers zu bezeichnen, würde weder seiner Kunst noch seiner Einstellung genügend Rechnung tragen. Er stand der akademischen Malerei kontrovers gegenüber und propagierte stets die Freiluftmalerei und das Naturstudium.(1)
Seine Streifzüge durch die Vorstädte und die Umgebung Wiens brachten ihn - auf der Suche nach neuen Motiven und schönem Sonnenlicht - in Berührung mit dem Bauernstand und der Bevölkerung vor der Stadtmauer. Sie, deren Leben, Feste, Freuden, Krankheiten etc. waren es, die Waldmüller in seinen für ihn charakteristischen Genrebildern thematisierte. Wobei es ihm in diesen Darstellungen nicht ums Belehren oder Moralisieren wie so vielen seiner Zeitgenossen ging, sondern immer um das „Schildern von Begebenheiten“. So schreibt Sabine Grabner, Kuratorin der Waldmüller-Ausstellung im Belvedere 2009: „Er versuchte, die Natur darzustellen „genau so wie sie ist“, demzufolge „malte“ er sie mit Pinsel und Farbe ab (...). Dieses Vorgehen ermöglichte es, die Szenen wie aus dem Leben gegriffen erscheinen zu lassen.“ (2)

Natürlich wie in einer Momentaufnahme wirken die Protagonisten seiner Werke, eingebettet in ihre alltägliche Lebenssituation. So auch bei dem hier vorliegenden Gemälde „Die Großmutter mit drei Enkelkindern“. Die Freude ist den beiden von draußen kommenden Mädchen ins Gesicht geschrieben. Es ist für den Betrachter nicht zu erkennen, was sie der Großmutter übergeben: ein Gedicht, einen Brief, einen Lobzettel? Umso deutlicher wird für den Betrachter des Gemäldes jedoch die Neugier und Spannung des rechts stehenden jüngeren Mädchens auf das, was die Großmutter vorliest. Zärtlich berühren sich die Figuren, was wiederum ein Charakteristikum für Waldmüllers Genrebild ist, in dem „(...) die Dargestellten durchwegs liebevoll miteinander umgehen, der eine den anderen achtet und Kinder und Eltern einander mit Liebe und Ehrfurcht begegnen, was durchwegs als ein Nachwehen des Vorbildhaften und des Moralisierens der Jahrzehnte zuvor zu verstehen ist.“ (3)
Die Szene spielt in der Wohnung eines Vorstadthauses: beengte Wohnverhältnisse, rechts ein Blick in die Küche, links der finstere Durchgang zur Eingangstür. An der Wand befindet sich oben rechts ein Singvogelkäfig und an der Rückwand drei Bilder, wobei sich zwei davon als die Waldmüller-Bilder Kinderzärtlichkeit (WV 1053) und Schlafendes Kind unter Obhut (WV 1052)“ identifizieren lassen. (4)

(1) vgl. dazu Agnes Husslein-Arco, Sabine Grabner (Hrsg.) Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 2009, Christian Brandstätter Verlag, Ausstellungskatalog S. 7.
(2) Ebd. S. 135.
(3) Ebd. S.137.
(4) vgl. dazu Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller, Leben Schriften Werke, Christian Brandstätter Verlag, Wien 1996, S. 226.

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

08.04.2014 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 122.300,-
Schätzwert:
EUR 150.000,- bis EUR 200.000,-

Ferdinand Georg Waldmüller


(Wien 1793–1865)
Großmutter mit drei Enkelkindern, signiert, datiert Waldmüller 1854, Öl auf Holz, 48,5 x 37 cm, gerahmt, gerostet (Rei)

Provenienz:
Auktion Wawra, Wien 29–30. Januar 1883, Lot 94, F
ranz Terzer erworben ebendort;
Auktion Wawra, Wien 12. Januar 1891, Lot 180,
Donat Zifferer erworben ebendort;
Ernst und Else von Gotthilf (geborene Zifferer) bis 1939;
Zwangsversteigerung Auktionshaus Weinmüller, Wien, 15.-17. März 1939, Lot 463, A
nkauf für das Führermuseum Linz durch Maria Almas-Dietrich;
Central Collecting Point, München 1945;
Überweisung an den Bayerischen Ministerpräsidenten durch die Alliierten 1949;
Leihgabe im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg seit 1968;
Restitution an die Rechtsnachfolger nach Ernst und Else Gotthilf im Januar 2012.

Abgebildet und verzeichnet in:
Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller 1793–1865, Leben-Schriften-Werke, Verlag Christian Brandstätter, Wien1996, S.527, Nr.952 und 1090.
Das vorliegende Gemälde wurde im Werkverzeichnis von Rupert Feuchtmüller unter der Nummer 952 und 1090 zweimal mit unterschiedlichen Datierungen gelistet. Im Zuge der Provenienzrecherchen und in Absprache mit dem Ferdinand Georg Waldmüller Archiv des Belvederes hat sich herausgestellt, dass es sich um ein und dasselbe Bild handelt.

Ausgestellt:
Residenzgalerie Salzburg 1953;
Barockschloss Riegersburg, Familie, Ideal und Realität, Niederösterreichischen Landesausstellung, Barockschloss Riegersburg, Melk 1993.

Künstlerhausetikett Wien 1931, 1126 von Mag. Paul Rachler bestätigt.

Ferdinand Georg Waldmüller
ist wohl der berühmteste österreichische Künstler des 19. Jahrhunderts. 1793 in Wien geboren, besuchte er nur unregelmäßig die Akademie in Wien, kam über die Miniaturmalerei und die Tätigkeit als Kulissenmaler am Theater zur Landschafts-, Portrait- und Genremalerei und entwickelte sich zu einem Meister in all diesen Bereichen. Ihn lediglich als typischen Vertreter des Biedermeiers zu bezeichnen, würde weder seiner Kunst noch seiner Einstellung genügend Rechnung tragen. Er stand der akademischen Malerei kontrovers gegenüber und propagierte stets die Freiluftmalerei und das Naturstudium.(1)
Seine Streifzüge durch die Vorstädte und die Umgebung Wiens brachten ihn - auf der Suche nach neuen Motiven und schönem Sonnenlicht - in Berührung mit dem Bauernstand und der Bevölkerung vor der Stadtmauer. Sie, deren Leben, Feste, Freuden, Krankheiten etc. waren es, die Waldmüller in seinen für ihn charakteristischen Genrebildern thematisierte. Wobei es ihm in diesen Darstellungen nicht ums Belehren oder Moralisieren wie so vielen seiner Zeitgenossen ging, sondern immer um das „Schildern von Begebenheiten“. So schreibt Sabine Grabner, Kuratorin der Waldmüller-Ausstellung im Belvedere 2009: „Er versuchte, die Natur darzustellen „genau so wie sie ist“, demzufolge „malte“ er sie mit Pinsel und Farbe ab (...). Dieses Vorgehen ermöglichte es, die Szenen wie aus dem Leben gegriffen erscheinen zu lassen.“ (2)

Natürlich wie in einer Momentaufnahme wirken die Protagonisten seiner Werke, eingebettet in ihre alltägliche Lebenssituation. So auch bei dem hier vorliegenden Gemälde „Die Großmutter mit drei Enkelkindern“. Die Freude ist den beiden von draußen kommenden Mädchen ins Gesicht geschrieben. Es ist für den Betrachter nicht zu erkennen, was sie der Großmutter übergeben: ein Gedicht, einen Brief, einen Lobzettel? Umso deutlicher wird für den Betrachter des Gemäldes jedoch die Neugier und Spannung des rechts stehenden jüngeren Mädchens auf das, was die Großmutter vorliest. Zärtlich berühren sich die Figuren, was wiederum ein Charakteristikum für Waldmüllers Genrebild ist, in dem „(...) die Dargestellten durchwegs liebevoll miteinander umgehen, der eine den anderen achtet und Kinder und Eltern einander mit Liebe und Ehrfurcht begegnen, was durchwegs als ein Nachwehen des Vorbildhaften und des Moralisierens der Jahrzehnte zuvor zu verstehen ist.“ (3)
Die Szene spielt in der Wohnung eines Vorstadthauses: beengte Wohnverhältnisse, rechts ein Blick in die Küche, links der finstere Durchgang zur Eingangstür. An der Wand befindet sich oben rechts ein Singvogelkäfig und an der Rückwand drei Bilder, wobei sich zwei davon als die Waldmüller-Bilder Kinderzärtlichkeit (WV 1053) und Schlafendes Kind unter Obhut (WV 1052)“ identifizieren lassen. (4)

(1) vgl. dazu Agnes Husslein-Arco, Sabine Grabner (Hrsg.) Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 2009, Christian Brandstätter Verlag, Ausstellungskatalog S. 7.
(2) Ebd. S. 135.
(3) Ebd. S.137.
(4) vgl. dazu Rupert Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller, Leben Schriften Werke, Christian Brandstätter Verlag, Wien 1996, S. 226.

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 08.04.2014 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 29.03. - 08.04.2014


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.