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Lot Nr. 39


Giovanni Segantini


Giovanni Segantini - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Arco 1858–1899 Schafberg bei Pontresina)
Cavalli al guado, (Pferde an der Furt), monogrammiert GS, rückseitig bezeichnet “Dipinto di Giovanni Segantini da me ripulito 11 maggio 1947, G. Mascarini. pittore” und “Confermo quanto sopra in fede Gottardo Segantini Milano 9. I. 1948”, ca. 1882–1883, Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm, gerahmt, (GG)

Provenienz:
Europäischer Privatbesitz.

Ausgestellt:
Como, Palazzo del Broletto, Il Divisionismo italiano, 13. April - 18. Mai 1989;
St. Moritz, Segantini Museum, Il Divisionismo della Galleria Grubicy, 4. Dezember 1990 – 30. Jänner 1991.

Vergleiche:
Prof. Dr. Annie-Paul Quinsac, Segantini, Catalogo generale, ed. Electa, Mailand 1982, Band II, Nr. 377–385, S. 309–312.

Fotozertifikat von Prof. Dr. Annie-Paul Quinsac, 30. März 1989 vorhanden.

Giovanni Segantini wurde in Arco (Provinz Trento) geboren. 1865, nach dem Tod seiner Mutter, übersiedelte er mit dem Vater zur Stiefschwester nach Mailand. Ein Jahr später starb auch sein Vater. Als Waisenkind verbrachte Segantini eine schwierige Jugendzeit. 1873-1874 arbeitete er im Fotogeschäft seines Halbbruders Napoleone in Borgo Val Sugana und von 1875-1876 war er in Mailand beim Schriftenmaler Luigi Tettamanzi tätig. Dort besuchte er 1875-1879 die Kunstakademie Brera. An der Brera-Ausstellung von 1879 beteiligte er sich mit dem Bild Der Chor Sant’Agostino in Mailand (Öl auf Leinwand, 119,5 x 85 cm, Pinacoteca di Brera, Mailand), das als erstes wichtiges Werk des Künstlers eingestuft wird. Im gleichen Jahr lernte er Vittore Grubicy kennen, mit dem er, gleich wie sein Künstlerkollege Emilio Longoni, einen Vertrag abschloss. Vom 1883 bis 1886 verfügte Vittore Grubicy über das Recht, die Werke Segantinis mit dem Monogramm “GS“ zu signieren.

1882 zog Giovanni Segantini mit Bice Bugatti, der Schwester des Jugendstil-Möbelschreiners Carlo Bugatti, in die Brianza, die Gegend zwischen Mailand und dem Comersee. Dort lebte die Familie Segantini nacheinander in Pusiano, Carella und Corneno. Der Künstler widmete sich vor allem dem Studium des bäuerlichen Lebens und führte zahlreiche Stillleben und Portaits aus. Die Werke dieser ersten Schaffenszeit sind noch stark in der lombardischen Tradition verhaftet.
Nach den Umzug von 1886 nach Savognin (Graubünden) löste sich Segantini vom akademischen Stil und wendete sich neuen Ausdrucksformen zu. Seine Malerei wird farbenfroh und an die Stelle gefühlsbetonter Genremalerei treten – Hauptthematik bleibt das Bauern-und Hirtenleben auf dem Land – realistische Szenen von erstaunlicher Unmittelbarkeit und Spontanität. Inhaltich verliert der Mensch gegenüber der Natur an Wichtigkeit, gesucht wird vielmehr eine Art Gleichgewicht zwischen beiden. In der darauffolgenden Schaffenszeit, während Segantinis Aufenthalt in Maloja (1894-1899).
Während des Aufenthaltes in Savognin begann sich Segantini dem Symbolismus zuzuwenden, beeinflusst von Abbildungen der Präraffaeliten, erfundenen Geschichten oder Gedichten : so ließ sich des Künstler beim Bild Die bösen Mütter (1894, öl auf Leinwand, 99 x 173 cm, Walker Art Gallery, Liverpool) und Die bösen Mütter (1894, öl auf Leinwand, 120 x 225 cm, Kunsthistorisches Museum, Wien) von einem indischen Gedicht inspirieren, das von Luigi Illica abgeändert und ins Italienische übersetzt worden war.

In den Neunzigerjahren hat der divisionistische Stil Segantinis seinen eigenen Charakter erhalten: Die feinen, mit dickflüssiger Ölfarbe aufgetragenen Pinselstriche erzeugen den Eindruck eines gleichmäßigen, sorgfältig hergestellten Gewebes. Zu jener Zeit war des Künstler bereits weltberühmt. Alberto Grubicy stellte die Werke Segantinis in den grossen Städten aus und viele Bilder fanden schon damals in den bedeutendsten Museen der Welt ihren Platz.

Dieses neu entdeckte Werk ist eine Variante der im Gesamtkatalog publizierten Fassung (A.P. Quinsac, Segantini, catalogo generale, vol II, no. 377, p.309). Die Landschaft ist jene des Segrino-Sees in der Dämmerung, die Umgebung ist der Natur nachempfunden.
Das Thema der Pferde an der Furt hat der Künstler mehrmals aufgenommen, offensichtlich um di verschiedenen Körperhaltungen der Pferde, ihrer Spiegelung im Waser in Gegenlichtstimmung zu studieren. Das Problem der Lichtdarstellung wird Segantini erst fünf Jahre später mit der Anwendung der divisionistischen Maltechnik lösen.

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it

08.04.2014 - 18:00

Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 50.000,-

Giovanni Segantini


(Arco 1858–1899 Schafberg bei Pontresina)
Cavalli al guado, (Pferde an der Furt), monogrammiert GS, rückseitig bezeichnet “Dipinto di Giovanni Segantini da me ripulito 11 maggio 1947, G. Mascarini. pittore” und “Confermo quanto sopra in fede Gottardo Segantini Milano 9. I. 1948”, ca. 1882–1883, Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm, gerahmt, (GG)

Provenienz:
Europäischer Privatbesitz.

Ausgestellt:
Como, Palazzo del Broletto, Il Divisionismo italiano, 13. April - 18. Mai 1989;
St. Moritz, Segantini Museum, Il Divisionismo della Galleria Grubicy, 4. Dezember 1990 – 30. Jänner 1991.

Vergleiche:
Prof. Dr. Annie-Paul Quinsac, Segantini, Catalogo generale, ed. Electa, Mailand 1982, Band II, Nr. 377–385, S. 309–312.

Fotozertifikat von Prof. Dr. Annie-Paul Quinsac, 30. März 1989 vorhanden.

Giovanni Segantini wurde in Arco (Provinz Trento) geboren. 1865, nach dem Tod seiner Mutter, übersiedelte er mit dem Vater zur Stiefschwester nach Mailand. Ein Jahr später starb auch sein Vater. Als Waisenkind verbrachte Segantini eine schwierige Jugendzeit. 1873-1874 arbeitete er im Fotogeschäft seines Halbbruders Napoleone in Borgo Val Sugana und von 1875-1876 war er in Mailand beim Schriftenmaler Luigi Tettamanzi tätig. Dort besuchte er 1875-1879 die Kunstakademie Brera. An der Brera-Ausstellung von 1879 beteiligte er sich mit dem Bild Der Chor Sant’Agostino in Mailand (Öl auf Leinwand, 119,5 x 85 cm, Pinacoteca di Brera, Mailand), das als erstes wichtiges Werk des Künstlers eingestuft wird. Im gleichen Jahr lernte er Vittore Grubicy kennen, mit dem er, gleich wie sein Künstlerkollege Emilio Longoni, einen Vertrag abschloss. Vom 1883 bis 1886 verfügte Vittore Grubicy über das Recht, die Werke Segantinis mit dem Monogramm “GS“ zu signieren.

1882 zog Giovanni Segantini mit Bice Bugatti, der Schwester des Jugendstil-Möbelschreiners Carlo Bugatti, in die Brianza, die Gegend zwischen Mailand und dem Comersee. Dort lebte die Familie Segantini nacheinander in Pusiano, Carella und Corneno. Der Künstler widmete sich vor allem dem Studium des bäuerlichen Lebens und führte zahlreiche Stillleben und Portaits aus. Die Werke dieser ersten Schaffenszeit sind noch stark in der lombardischen Tradition verhaftet.
Nach den Umzug von 1886 nach Savognin (Graubünden) löste sich Segantini vom akademischen Stil und wendete sich neuen Ausdrucksformen zu. Seine Malerei wird farbenfroh und an die Stelle gefühlsbetonter Genremalerei treten – Hauptthematik bleibt das Bauern-und Hirtenleben auf dem Land – realistische Szenen von erstaunlicher Unmittelbarkeit und Spontanität. Inhaltich verliert der Mensch gegenüber der Natur an Wichtigkeit, gesucht wird vielmehr eine Art Gleichgewicht zwischen beiden. In der darauffolgenden Schaffenszeit, während Segantinis Aufenthalt in Maloja (1894-1899).
Während des Aufenthaltes in Savognin begann sich Segantini dem Symbolismus zuzuwenden, beeinflusst von Abbildungen der Präraffaeliten, erfundenen Geschichten oder Gedichten : so ließ sich des Künstler beim Bild Die bösen Mütter (1894, öl auf Leinwand, 99 x 173 cm, Walker Art Gallery, Liverpool) und Die bösen Mütter (1894, öl auf Leinwand, 120 x 225 cm, Kunsthistorisches Museum, Wien) von einem indischen Gedicht inspirieren, das von Luigi Illica abgeändert und ins Italienische übersetzt worden war.

In den Neunzigerjahren hat der divisionistische Stil Segantinis seinen eigenen Charakter erhalten: Die feinen, mit dickflüssiger Ölfarbe aufgetragenen Pinselstriche erzeugen den Eindruck eines gleichmäßigen, sorgfältig hergestellten Gewebes. Zu jener Zeit war des Künstler bereits weltberühmt. Alberto Grubicy stellte die Werke Segantinis in den grossen Städten aus und viele Bilder fanden schon damals in den bedeutendsten Museen der Welt ihren Platz.

Dieses neu entdeckte Werk ist eine Variante der im Gesamtkatalog publizierten Fassung (A.P. Quinsac, Segantini, catalogo generale, vol II, no. 377, p.309). Die Landschaft ist jene des Segrino-Sees in der Dämmerung, die Umgebung ist der Natur nachempfunden.
Das Thema der Pferde an der Furt hat der Künstler mehrmals aufgenommen, offensichtlich um di verschiedenen Körperhaltungen der Pferde, ihrer Spiegelung im Waser in Gegenlichtstimmung zu studieren. Das Problem der Lichtdarstellung wird Segantini erst fünf Jahre später mit der Anwendung der divisionistischen Maltechnik lösen.

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
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Gautier.Gendebien@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 08.04.2014 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 29.03. - 08.04.2014