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Lot Nr. 603 V


1960 Mercedes-Benz 300 SL Roadster


1960 Mercedes-Benz 300 SL Roadster - Klassische Fahrzeuge

Ausstellungswagen der London Motor Show 1960!
40 Jahre bei einem österreichischen Besitzer!
Sensationell unrestaurierter Zustand!

Die neue Automobil-Weltmeisterschaft zum Jahr 1950 verfolgte man auch bei Mercedes mit Interesse. Schließlich setzte die Konkurrenz von damals immer noch auf das Gerät von damals, und mit den Wunderwagen von damals, die im Keller schlummerten, wähnte man sich überlegen wie in jenen Tagen. Weil man sich jedoch keine Blöße geben wollte, testete man die alten Renner erst abseits der großen Bühne in Südamerika. Und siehe da, die Überlegenheit war dahin. Auch ein neues Reglement, das für 1952 den Hubraum in der Formel 1 beträchtlich beschnitt, verlangte nach einer Neuentwicklung und deshalb entschied sich der Vorstand gegen die Formel 1 und für die Sportwagen-Meisterschaft. Bloß, auch dafür fehlte ein Wagen.

Mit dem neuen 300er hatte man der Welt bewiesen, dass man in der Oberklasse wieder das Maß der Dinge war. Dessen 3-Liter-Motor hatte Potenzial, und tatsächlich ließen sich 170 PS herausholen. Doch das Aggregat war schwer und deshalb musste die Hülle leicht sein. Um ein Netz von einem Gitterrohrrahmen wurde eine strömungsgünstige Leichtmetallkarosse geformt. Herkömmliche Türen hätten der Konstruktion die Stabilität genommen, die Lösung des Problems gab den 300 SL getauften Rennern jene Charakteristik, wofür sie heute jeder kennt, seine Flügeltüren.

Die Rennerfolge ließen nicht lange auf sich warten. Ob Mille Miglia, Carrera Panamericana oder Le Mans: wo die 300 SL starteten, gewannen sie meist auch. Ein nach New York emigrierter Wiener, Max Hoffman, seineszeichens Mercedes-Importeur, bekniete den Vorstand in Stuttgart so lange, den SL in Serie zu bauen, bis dieser einwilligte. Man überarbeitete die Rennwagen nochmals, verpasste dem Motor eine hochmoderne Stempelpumpen-Benzineinspritzung mitsamt Trockensumpfschmierung, womit er nun 215 PS leistete. Umgekehrt verzichtete man, um Kosten zu sparen, mit Ausnahme von Hauben und Türen auf Leichtmetall.

Schon auf der New York Auto Show von 1954 präsentierte man den fertigen Serienwagen. Trotz seines sündhaft teuren Preises von DM 29.000 wurde der 300 SL zum Erfolg, vor allem in den USA, wohin über 80% der Wagen verkauft wurden. Doch schon bald verlangte das Publikum sehnsüchtig nach einer offenen Version.

1957 debütierte der 300 SL Roadster und löste das Coupé ab. Optisch auf den letzten Stand gebracht, packte man in Stuttgart noch einmal alles Können aus, spendierte dem Roadster eine neue Hinterachse, die die Fahreigenschaften drastisch optimierte, später dann auch Scheibenbremsen und zu guter Letzt einen Motorblock aus Aluminium. Der Roadster war noch ein Stück teurer als das Coupé, aber auch noch ein Stück erfolgreicher. 1.858 Exemplare verließen bis 1963 die Werkshallen.

Dieser 300 SL Roadster begann sein Autoleben mit einem großen Auftritt. Er wurde auserkoren als Standwagen für die London Motor Show 1960, die zwischen 19. und 29. Oktober dieses Jahres über die Bühne gehen sollte. Die Fertigstellung des Wagens war für September geplant, am 14. des Monats ging jedoch noch ein Nachtrag zum Produktions-Auftrag ein, der dem Roadster sein finales Aussehen geben sollte: Scheibenräder mit verchromter Schüssel und hochglanzpolierten Felgen. Es galt schließlich zu glänzen!

Der 300 SL muss da bereits fast komplettiert gewesen sein. Als Farbe wählte die Abteilung Ausstellung elfenbein 608, kombiniert mit schwarzem Leder 953 und schwarzem Bouclé Teppich 1090, in zwei Worten beschrieben: Zeitlos elegant!

Instrumente mit englischer Beschriftung machten natürlich Sinn, ebenso wie Typenschilder vorne und hinten, diese aber ohne Baujahrsangabe, und die Polyäthylenüberzüge über den Sitzen. Auch unter der Haube durfte der 300 SL glänzen, denn Motor und Aggregate waren ausstellungsmäßig präpariert und dasselbe galt auch für die Karosserie. Und sicherheitshalb gab es gleich ein Kilo Lack dazu.

Dass man zeigen wollte, wie schön der Roadster mit Hardtop aussieht, ist verständlich. Deshalb gab es ein schwarzes, innen mit weißem Kunstleder ausstaffiertes dazu. Dass dabei auf das Verdeck verzichtet wurde, mutet hingegen etwas seltsam an. Wie viele Besucher werden ihn wohl für das neue Coupé gehalten haben? Egal, denn auch die Linie mit montiertem Hardtop ist einfach hinreißend!

So stand er also 10 Tage lang in London und stahl gewiss so manchen die Show. Dass er anschließend wohl wieder ins Werk zurückging, ist anzunehmen, denn wer kauft schon eines der teuersten Cabrios der Welt ohne ein Verdeck.

1976 kaufte ein österreichischer Unternehmer den Roadster bei einem deutschen Händler, nichts ahnend von seiner Geschichte. Er behielt den 300 SL vier Jahrzehnte lang, hegte und pflegte ihn, ließ ihn jedoch nie restaurieren, obwohl andere dies schon längst getan hätten. Sicherlich wurde schon einmal der Lack erneuert und da und dort repariert, was zu reparieren war. Doch im Wesentlichen ist dieser SL ein unrestauriertes Exemplar, ganz authentisch und wohltuend anders. Diese herrliche Patina, innen wie außen und unter der Haube am originalen Motor haben heute wohl nicht mehr viele Wagen dieser Art. Gerade erst bekam der SL ein großes Rundumservice, denn gefahren wurde er zuletzt nur noch sporadisch. Im Zuge dessen wurde auch die Einspritzpumpe vom Spezialisten überholt.

Der 300 SL ist heute ohnehin eine Legende, sein Zustand macht diesen hier zu etwas ganz besonderem. Und seine Geschichte macht ihn schlicht einzigartig,

FIN: 19804210002663, Laufleistung: 86.648 km (abgelesen), Hubraum: 2.996 ccm/R6, Motor: 19898010002715, Farbe: Elfenbein (608) / Schwarz (953) Leder, Getriebe: 4-Gang, Leistung: 215 PS, Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung

23.06.2018 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 899.000,-
Schätzwert:
EUR 850.000,- bis EUR 1.000.000,-

1960 Mercedes-Benz 300 SL Roadster


Ausstellungswagen der London Motor Show 1960!
40 Jahre bei einem österreichischen Besitzer!
Sensationell unrestaurierter Zustand!

Die neue Automobil-Weltmeisterschaft zum Jahr 1950 verfolgte man auch bei Mercedes mit Interesse. Schließlich setzte die Konkurrenz von damals immer noch auf das Gerät von damals, und mit den Wunderwagen von damals, die im Keller schlummerten, wähnte man sich überlegen wie in jenen Tagen. Weil man sich jedoch keine Blöße geben wollte, testete man die alten Renner erst abseits der großen Bühne in Südamerika. Und siehe da, die Überlegenheit war dahin. Auch ein neues Reglement, das für 1952 den Hubraum in der Formel 1 beträchtlich beschnitt, verlangte nach einer Neuentwicklung und deshalb entschied sich der Vorstand gegen die Formel 1 und für die Sportwagen-Meisterschaft. Bloß, auch dafür fehlte ein Wagen.

Mit dem neuen 300er hatte man der Welt bewiesen, dass man in der Oberklasse wieder das Maß der Dinge war. Dessen 3-Liter-Motor hatte Potenzial, und tatsächlich ließen sich 170 PS herausholen. Doch das Aggregat war schwer und deshalb musste die Hülle leicht sein. Um ein Netz von einem Gitterrohrrahmen wurde eine strömungsgünstige Leichtmetallkarosse geformt. Herkömmliche Türen hätten der Konstruktion die Stabilität genommen, die Lösung des Problems gab den 300 SL getauften Rennern jene Charakteristik, wofür sie heute jeder kennt, seine Flügeltüren.

Die Rennerfolge ließen nicht lange auf sich warten. Ob Mille Miglia, Carrera Panamericana oder Le Mans: wo die 300 SL starteten, gewannen sie meist auch. Ein nach New York emigrierter Wiener, Max Hoffman, seineszeichens Mercedes-Importeur, bekniete den Vorstand in Stuttgart so lange, den SL in Serie zu bauen, bis dieser einwilligte. Man überarbeitete die Rennwagen nochmals, verpasste dem Motor eine hochmoderne Stempelpumpen-Benzineinspritzung mitsamt Trockensumpfschmierung, womit er nun 215 PS leistete. Umgekehrt verzichtete man, um Kosten zu sparen, mit Ausnahme von Hauben und Türen auf Leichtmetall.

Schon auf der New York Auto Show von 1954 präsentierte man den fertigen Serienwagen. Trotz seines sündhaft teuren Preises von DM 29.000 wurde der 300 SL zum Erfolg, vor allem in den USA, wohin über 80% der Wagen verkauft wurden. Doch schon bald verlangte das Publikum sehnsüchtig nach einer offenen Version.

1957 debütierte der 300 SL Roadster und löste das Coupé ab. Optisch auf den letzten Stand gebracht, packte man in Stuttgart noch einmal alles Können aus, spendierte dem Roadster eine neue Hinterachse, die die Fahreigenschaften drastisch optimierte, später dann auch Scheibenbremsen und zu guter Letzt einen Motorblock aus Aluminium. Der Roadster war noch ein Stück teurer als das Coupé, aber auch noch ein Stück erfolgreicher. 1.858 Exemplare verließen bis 1963 die Werkshallen.

Dieser 300 SL Roadster begann sein Autoleben mit einem großen Auftritt. Er wurde auserkoren als Standwagen für die London Motor Show 1960, die zwischen 19. und 29. Oktober dieses Jahres über die Bühne gehen sollte. Die Fertigstellung des Wagens war für September geplant, am 14. des Monats ging jedoch noch ein Nachtrag zum Produktions-Auftrag ein, der dem Roadster sein finales Aussehen geben sollte: Scheibenräder mit verchromter Schüssel und hochglanzpolierten Felgen. Es galt schließlich zu glänzen!

Der 300 SL muss da bereits fast komplettiert gewesen sein. Als Farbe wählte die Abteilung Ausstellung elfenbein 608, kombiniert mit schwarzem Leder 953 und schwarzem Bouclé Teppich 1090, in zwei Worten beschrieben: Zeitlos elegant!

Instrumente mit englischer Beschriftung machten natürlich Sinn, ebenso wie Typenschilder vorne und hinten, diese aber ohne Baujahrsangabe, und die Polyäthylenüberzüge über den Sitzen. Auch unter der Haube durfte der 300 SL glänzen, denn Motor und Aggregate waren ausstellungsmäßig präpariert und dasselbe galt auch für die Karosserie. Und sicherheitshalb gab es gleich ein Kilo Lack dazu.

Dass man zeigen wollte, wie schön der Roadster mit Hardtop aussieht, ist verständlich. Deshalb gab es ein schwarzes, innen mit weißem Kunstleder ausstaffiertes dazu. Dass dabei auf das Verdeck verzichtet wurde, mutet hingegen etwas seltsam an. Wie viele Besucher werden ihn wohl für das neue Coupé gehalten haben? Egal, denn auch die Linie mit montiertem Hardtop ist einfach hinreißend!

So stand er also 10 Tage lang in London und stahl gewiss so manchen die Show. Dass er anschließend wohl wieder ins Werk zurückging, ist anzunehmen, denn wer kauft schon eines der teuersten Cabrios der Welt ohne ein Verdeck.

1976 kaufte ein österreichischer Unternehmer den Roadster bei einem deutschen Händler, nichts ahnend von seiner Geschichte. Er behielt den 300 SL vier Jahrzehnte lang, hegte und pflegte ihn, ließ ihn jedoch nie restaurieren, obwohl andere dies schon längst getan hätten. Sicherlich wurde schon einmal der Lack erneuert und da und dort repariert, was zu reparieren war. Doch im Wesentlichen ist dieser SL ein unrestauriertes Exemplar, ganz authentisch und wohltuend anders. Diese herrliche Patina, innen wie außen und unter der Haube am originalen Motor haben heute wohl nicht mehr viele Wagen dieser Art. Gerade erst bekam der SL ein großes Rundumservice, denn gefahren wurde er zuletzt nur noch sporadisch. Im Zuge dessen wurde auch die Einspritzpumpe vom Spezialisten überholt.

Der 300 SL ist heute ohnehin eine Legende, sein Zustand macht diesen hier zu etwas ganz besonderem. Und seine Geschichte macht ihn schlicht einzigartig,

FIN: 19804210002663, Laufleistung: 86.648 km (abgelesen), Hubraum: 2.996 ccm/R6, Motor: 19898010002715, Farbe: Elfenbein (608) / Schwarz (953) Leder, Getriebe: 4-Gang, Leistung: 215 PS, Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 23.06.2018 - 17:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: 21.06. - 23.06.2018


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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