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Lot Nr. 206


Tina Blau


Tina Blau - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Wien 1845-1916) "Birken bei der Rotunde, Wien Prater 1914", signiert Tina Blau, Öl auf Leinwand, 66,5 x 92 cm , gerahmt, (Rei)

Ausgestellt: "PleinAir" Die Landschaftsmalerin Tina Blau (1845-1916), Jüdisches Museum der Stadt Wien, 12. Juli-8. September 1996. Verzeichnet und abgebildet in: Tobias Natter (Hrsg.), Katalog der Ausstellung PleinAir, Die Landschaftsmalerin Tina Blau (1845-1916), Wien 1996, S.147. Tobias Natter und Claus Jesina, Tina Blau (1845-1916), Salzburg 1999, S.66. Provenienz: Galerie Arnot Wien (rückseitig Etiekttreste); Wiener Privatbesitz. Schon im späten 18. Jahrhundert hatten Maler wie Johann Christian Brand begonnen, den Prater bildkünstlerisch zu erschließen. Was einst kaiserliches Jagdrevier war, rückte im Zuge der Stadterweiterung immer näher an das Treiben der Stadt und den kommunalen Alltag heran. Die Biedermeiermaler streiften schon vor Tina Blau durch die Auen. Sie suchten die stillen Winkel oder die von Wetter und Zeit gezeichneten Baumgruppen, die sie meist zu Sinnbildern des Seins und Vergehens überhöhten. Während die Pleinairisten anfangs eher von der Wirkung der Baumriesen im natürlichen, kaum überzeichneten Licht fasziniert waren, ehe sie dann um 1900 wieder stärker vom Vanitasgedanken bestimmt wurden. Tina Blau hatte schon als junges Mädchen dem Rat ihres Lehrers folgend im Prater frühe Naturstudien gezeichnet. Seit damals erwuchs in Tina Blau eine Vertrautheit, die in all den Jahrzehnten nie mehr erlosch. Der Prater wurde zur Domäne der Malerin, er kam ihr aber genauso als Refugium entgegen und stieg auf zum realen Topos einer von ihr immer wieder neu beschworenen Welt. Niemals war der Wiener Prater für Tina Blau nur Fundus, sondern immer reales Ganzes, er war ein Bilderkosmos, den die Malerin mit sachlich registrierenden Augen durchstreifte. Und doch erkundigte sie die geliebte Aulandschaft mindestens so sehr mit der Seele. Eine lyrische Überhöhung aber war nie ihr Ziel. (Vgl. G. Tobias Natter, Claus Jesina, Tina Blau, Salzburg 1999, S10f.,36)

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

20.04.2010 - 18:00

Schätzwert:
EUR 150.000,- bis EUR 220.000,-

Tina Blau


(Wien 1845-1916) "Birken bei der Rotunde, Wien Prater 1914", signiert Tina Blau, Öl auf Leinwand, 66,5 x 92 cm , gerahmt, (Rei)

Ausgestellt: "PleinAir" Die Landschaftsmalerin Tina Blau (1845-1916), Jüdisches Museum der Stadt Wien, 12. Juli-8. September 1996. Verzeichnet und abgebildet in: Tobias Natter (Hrsg.), Katalog der Ausstellung PleinAir, Die Landschaftsmalerin Tina Blau (1845-1916), Wien 1996, S.147. Tobias Natter und Claus Jesina, Tina Blau (1845-1916), Salzburg 1999, S.66. Provenienz: Galerie Arnot Wien (rückseitig Etiekttreste); Wiener Privatbesitz. Schon im späten 18. Jahrhundert hatten Maler wie Johann Christian Brand begonnen, den Prater bildkünstlerisch zu erschließen. Was einst kaiserliches Jagdrevier war, rückte im Zuge der Stadterweiterung immer näher an das Treiben der Stadt und den kommunalen Alltag heran. Die Biedermeiermaler streiften schon vor Tina Blau durch die Auen. Sie suchten die stillen Winkel oder die von Wetter und Zeit gezeichneten Baumgruppen, die sie meist zu Sinnbildern des Seins und Vergehens überhöhten. Während die Pleinairisten anfangs eher von der Wirkung der Baumriesen im natürlichen, kaum überzeichneten Licht fasziniert waren, ehe sie dann um 1900 wieder stärker vom Vanitasgedanken bestimmt wurden. Tina Blau hatte schon als junges Mädchen dem Rat ihres Lehrers folgend im Prater frühe Naturstudien gezeichnet. Seit damals erwuchs in Tina Blau eine Vertrautheit, die in all den Jahrzehnten nie mehr erlosch. Der Prater wurde zur Domäne der Malerin, er kam ihr aber genauso als Refugium entgegen und stieg auf zum realen Topos einer von ihr immer wieder neu beschworenen Welt. Niemals war der Wiener Prater für Tina Blau nur Fundus, sondern immer reales Ganzes, er war ein Bilderkosmos, den die Malerin mit sachlich registrierenden Augen durchstreifte. Und doch erkundigte sie die geliebte Aulandschaft mindestens so sehr mit der Seele. Eine lyrische Überhöhung aber war nie ihr Ziel. (Vgl. G. Tobias Natter, Claus Jesina, Tina Blau, Salzburg 1999, S10f.,36)

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 20.04.2010 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.04. - 20.04.2010