Sie nutzen einen veralteten Browser!

Um unsere Website voll funktionsfähig nutzen zu können, sollten Sie eine aktuelle Browserversion installieren. Eine Auflistung von empfohlenen Browserversionen finden Sie gleich hier.



Lot Nr. 190


Anton Romako


Anton Romako - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Atzgersdorf 1832-1889 Wien) Mathilde, die zweite Tochter des Künstlers, signiert und bezeichnet A. Romako a Roma, Öl auf Leinwand, 43,5 x 35 cm , gerahmt, (Rei)

Wir danken Frau Dr. Cornelia Reiter für die wissenschaftliche Unterstützung. Mathilde, die zweite Tochter des Künstlers, ist vor einem neutralen, gleichmäßig braunen Hintergrund frontal auf den Betrachter ausgerichtet. Die dunklen übergroßen Augen - ein Charakteristikum Romakos - sind besonders ausdrucksvoll und fesselnd. Lippen und Nase sind stark geschwungen. Das Mädchen wirkt in seinen Formen noch kleinkindhaft, strahlt aber eine gewisse Ernsthaftigkeit aus. In den Händen hält es Blumen, sowie einen mit Blumen, einem blauen Band und einer Muschel verzierten Stab. Das weiße Kleid, das der Künstler mit Gelb-, Blau- und Grautönen zart abgestuft hat, wirkt frühlingshaft, fast sommerlich und hebt sich nur leicht vom blassen Inkarnat des Mädchens ab, steht aber in starkem Kontrast zu dem pechschwarzen Haar. Generell hat Romako seine Farbpalette hier auf wenige, klare Hauptfarben beschränkt und arbeitet hauptsächlich mit raffinierten Kontrasten, wodurch das Mädchen besonders monumental wirkt und plastisch hervortritt. Lippen, Gesicht, Finger und Arm sind beinahe üppig gerundet. Sie treten aus geheimnisvollen Schatten hervor. Die begleitenden Schattentiefen, die an hellen Formen entlangziehen sind eine Eigentümlichkeit Romakos. Der dunkle Grund wird zu einer geheimnisvoll, unermesslichen Raumleere. Den Effekt der Beleuchtung im Sinn einer Lichtwiedergabe hat Romako jedoch verhältnismäßig zurückhaltend benutzt. Die Übergänge sind unbestimmt und absichtlich verschwommen (Fritz Novotny, Der Maler Anton Romako 1832-1889, WienMünchen 1954, S 26,32). Romako hielt sich zweimal in Italien auf: von 1854 bis 1855und von 1857 bis 1876. Dieser zweite Italienaufenthalt stellte einen wichtigen Abschnitt im Leben Romakos dar. Der erste Erfolg stellte sich ein und bereits um 1860 war Romako ein einem größeren Publikum bekannter und geschätzter Maler. Romako heiratete in Italien und fünf Kinder- Rudolf, Luise, Julie, Mathilde und Mary - wurden geboren (Novotny, S 15, 17). Unser Gemälde ist mit "a Roma"bezeichnet und dürfte wohl während des zweiten ItalienAufenthaltes Romakos (18571876) entstanden sein. Mathilde, die hier dargestellte Tochter, beging 1887 mit 19 Jahren Selbstmord. Die noch kleinkindhaften Züge des Mädchens sprechen für eine Entstehung in der ersten Hälfte der 1870er Jahre. Ebenso dafür spricht auch. dass das Element des Zeichnerischen, das im Laufe der 70er Jahre immer mehr die Oberhand gewinnt, hier noch fehlt bzw. zurückgedrängt ist. Ein malerischer Naturalismus steht im Vordergrund. Vergleiche: Fritz Novotny, Der Maler Anton Romako 1832-1889, Wien München 1954: "Mädchen mit Fliederstrauß", Anfang der 70er Jahre, Kat. Nr.202, Tafel 11; "Die Geschwister "Bee" und Ernest Makins auf der Schaukel", 1873, Kat. Nr. 183, Tafel 6; "Bauernmädchen mit Brotkörbchen und Alpenblumen", 1877, Kat. Nr. 225, Tafel 18. Provenienz: Englischer Privatbesitz

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

20.04.2010 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 91.800,-
Schätzwert:
EUR 20.000,- bis EUR 25.000,-

Anton Romako


(Atzgersdorf 1832-1889 Wien) Mathilde, die zweite Tochter des Künstlers, signiert und bezeichnet A. Romako a Roma, Öl auf Leinwand, 43,5 x 35 cm , gerahmt, (Rei)

Wir danken Frau Dr. Cornelia Reiter für die wissenschaftliche Unterstützung. Mathilde, die zweite Tochter des Künstlers, ist vor einem neutralen, gleichmäßig braunen Hintergrund frontal auf den Betrachter ausgerichtet. Die dunklen übergroßen Augen - ein Charakteristikum Romakos - sind besonders ausdrucksvoll und fesselnd. Lippen und Nase sind stark geschwungen. Das Mädchen wirkt in seinen Formen noch kleinkindhaft, strahlt aber eine gewisse Ernsthaftigkeit aus. In den Händen hält es Blumen, sowie einen mit Blumen, einem blauen Band und einer Muschel verzierten Stab. Das weiße Kleid, das der Künstler mit Gelb-, Blau- und Grautönen zart abgestuft hat, wirkt frühlingshaft, fast sommerlich und hebt sich nur leicht vom blassen Inkarnat des Mädchens ab, steht aber in starkem Kontrast zu dem pechschwarzen Haar. Generell hat Romako seine Farbpalette hier auf wenige, klare Hauptfarben beschränkt und arbeitet hauptsächlich mit raffinierten Kontrasten, wodurch das Mädchen besonders monumental wirkt und plastisch hervortritt. Lippen, Gesicht, Finger und Arm sind beinahe üppig gerundet. Sie treten aus geheimnisvollen Schatten hervor. Die begleitenden Schattentiefen, die an hellen Formen entlangziehen sind eine Eigentümlichkeit Romakos. Der dunkle Grund wird zu einer geheimnisvoll, unermesslichen Raumleere. Den Effekt der Beleuchtung im Sinn einer Lichtwiedergabe hat Romako jedoch verhältnismäßig zurückhaltend benutzt. Die Übergänge sind unbestimmt und absichtlich verschwommen (Fritz Novotny, Der Maler Anton Romako 1832-1889, WienMünchen 1954, S 26,32). Romako hielt sich zweimal in Italien auf: von 1854 bis 1855und von 1857 bis 1876. Dieser zweite Italienaufenthalt stellte einen wichtigen Abschnitt im Leben Romakos dar. Der erste Erfolg stellte sich ein und bereits um 1860 war Romako ein einem größeren Publikum bekannter und geschätzter Maler. Romako heiratete in Italien und fünf Kinder- Rudolf, Luise, Julie, Mathilde und Mary - wurden geboren (Novotny, S 15, 17). Unser Gemälde ist mit "a Roma"bezeichnet und dürfte wohl während des zweiten ItalienAufenthaltes Romakos (18571876) entstanden sein. Mathilde, die hier dargestellte Tochter, beging 1887 mit 19 Jahren Selbstmord. Die noch kleinkindhaften Züge des Mädchens sprechen für eine Entstehung in der ersten Hälfte der 1870er Jahre. Ebenso dafür spricht auch. dass das Element des Zeichnerischen, das im Laufe der 70er Jahre immer mehr die Oberhand gewinnt, hier noch fehlt bzw. zurückgedrängt ist. Ein malerischer Naturalismus steht im Vordergrund. Vergleiche: Fritz Novotny, Der Maler Anton Romako 1832-1889, Wien München 1954: "Mädchen mit Fliederstrauß", Anfang der 70er Jahre, Kat. Nr.202, Tafel 11; "Die Geschwister "Bee" und Ernest Makins auf der Schaukel", 1873, Kat. Nr. 183, Tafel 6; "Bauernmädchen mit Brotkörbchen und Alpenblumen", 1877, Kat. Nr. 225, Tafel 18. Provenienz: Englischer Privatbesitz

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 20.04.2010 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.04. - 20.04.2010


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.