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Lot Nr. 44


Friedrich Gauermann


Friedrich Gauermann - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Miesenbach 1807-1862 Wien) Eine Bärin mit Jungen über einen Hirsch her beschäftigt, 1845, signiert F. Gauermann, Öl auf Holz, 73,7 x 58,5 cm , gerahmt, leichte Sprungbildung, (W)

Literatur: Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann (1807-1862), Rosenheimer Verlagshaus 1987, WVZ Nr. 220. Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann, Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, 1962, Einnahmebuch Friedrich Gauermann, Nr. 177. Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Band I,1, Seite 376, Nr. 40. Provenienz: Sammlung Norbert Mayer, Wien (Inv. Nr.4); 547. Kunstauktion, Dorotheum Wien, 17. März 1960, S.7, Los 37; Wiener Privatbesitz. Der Schauplatz der Handlung ist ein Graben im Hochgebirge. Links und rechts türmen sich die Felswände auf. Hinter den teilweise abgestorbenen und umgeknickten Bäumen blitzen schneebedeckte Gipfel hervor. Die sich verdichtenden Wolken bilden eine lichterfüllte, schwebende Atmosphäre und korrespondieren mit dem dramatischen Kampfgeschehen im Vordergrund. An einem Bach unterhalb des mächtigen Felsens fällt eine Bärenfamilie über einen Hirsch her. Der Kampf ist bereits zu Ende gegangen. Der Hirsch haucht seinen letzten Lebensatem aus. Die Bärenmutter hat sich triumphierend aufgerichtet. Die zwei Jungen wirken noch sehr tollpatschig, alles scheint für sie eher ein Spiel zu sein. Diese spielerische Komponente stellt den besonderen Reiz der Szene dar, sie nimmt ihr dadurch etwas von der Strenge und Dramatik. Die Darstellung der Tiere ist sehr lebendig und naturnah. Die Landschaft, die die Szene wie eine Arena einschließt, unterstreicht allerdings die Ausweglosigkeit der Situation. Gauermann lässt die Szene des Kampfes wie auf einer Bühne stattfinden. Die Tier Felswand dahinter sind eff voll beleuchtet, wohingegen die übrige Landschaft im Dunkeln liegt. Die Farbkontraste lässt Gauermann ineinander übergehen. Das Zusammenspiel von Licht und Farbe ist meisterlich. Die Anordnung der Tiere ist durchkomponiert, ihre Köpfe lassen sich in die Form einer Raute einschreiben. Das Geweih des erledigten Hirschs ist besonders dekorativ arrangiert. Hier wird offensichtlich, dass sich Gauermann an den Kompositionsprinzipien des Barock orientiert hat. Vorbilder waren Gemälde von Peter Paul Rubens, Frans Snyders, Josef Roos, Carl Ruthards und J. E. Riedingerahmt Das Barocke liegt allerdings nur in der äußerlichen Ähnlichkeit, in einem Effekt. Wichtiger war die reale Einstellung, die persönliche Anschauung (Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann 1807-1862, Der Tier- und Landschaftsmaler des österreichischen Biedermeier, Wien 1962, S 53). Er war der Natur aufs Engste verbunden und studierte seit seiner Kindheit Tiere in der Natur. Er nahm auch immer wieder an Jagdgesellschaften teil und konnte so tatsächlich Tierkämpfe beobachten. In Miesenbach hatte der Künstler auch eine kleine Menagerie mit Füchsen, Rehen und Steinadlern. Selbst im Falle der Bären konnte der Künstler auf Beobachtungen und Skizzen im kaiserlichen Tiergarten Schönbrunn zurückgreifen. Das persönliche Erlebnis war somit der Ausgangspunkt, der erst in der Phantasie des Künstlers seine kompositorische Veränderung erfuhr. Das Naturereignis wurde idealisiert und dramatisiert, aber niemals zum billigen Klischee für den Kampf zwischen Gut und Böse. Der Gefühlsinhalt war aber sehr wichtig. Der Maler fasste das Geschehen sehr persönlich auf und legte die ihn bewegenden Gedanken und Gefühle in das Bild hinein (Feuchtmüller, S 53, 56, 57). Gauermanns Tierkampfszenen, mit denen er sich seit den späten 1820er Jahren intensiv auseinandergesetzt hatte und die wesentlich zu seinem frühen Erfolg beigetragen hatten, erregten allseits Bewunderung und fanden international Anerkennung (Wolfgang Krug, Friedrich Gauermann 1807-1862, WienMünchen 2001, S 162; Feuchtmüller S 78).

Expertin: Dr. Christl Wolf Dr. Christl Wolf
+43-1-515 60-377

19c.paintings@dorotheum.at

20.04.2010 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 85.700,-
Schätzwert:
EUR 70.000,- bis EUR 100.000,-

Friedrich Gauermann


(Miesenbach 1807-1862 Wien) Eine Bärin mit Jungen über einen Hirsch her beschäftigt, 1845, signiert F. Gauermann, Öl auf Holz, 73,7 x 58,5 cm , gerahmt, leichte Sprungbildung, (W)

Literatur: Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann (1807-1862), Rosenheimer Verlagshaus 1987, WVZ Nr. 220. Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann, Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, 1962, Einnahmebuch Friedrich Gauermann, Nr. 177. Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Band I,1, Seite 376, Nr. 40. Provenienz: Sammlung Norbert Mayer, Wien (Inv. Nr.4); 547. Kunstauktion, Dorotheum Wien, 17. März 1960, S.7, Los 37; Wiener Privatbesitz. Der Schauplatz der Handlung ist ein Graben im Hochgebirge. Links und rechts türmen sich die Felswände auf. Hinter den teilweise abgestorbenen und umgeknickten Bäumen blitzen schneebedeckte Gipfel hervor. Die sich verdichtenden Wolken bilden eine lichterfüllte, schwebende Atmosphäre und korrespondieren mit dem dramatischen Kampfgeschehen im Vordergrund. An einem Bach unterhalb des mächtigen Felsens fällt eine Bärenfamilie über einen Hirsch her. Der Kampf ist bereits zu Ende gegangen. Der Hirsch haucht seinen letzten Lebensatem aus. Die Bärenmutter hat sich triumphierend aufgerichtet. Die zwei Jungen wirken noch sehr tollpatschig, alles scheint für sie eher ein Spiel zu sein. Diese spielerische Komponente stellt den besonderen Reiz der Szene dar, sie nimmt ihr dadurch etwas von der Strenge und Dramatik. Die Darstellung der Tiere ist sehr lebendig und naturnah. Die Landschaft, die die Szene wie eine Arena einschließt, unterstreicht allerdings die Ausweglosigkeit der Situation. Gauermann lässt die Szene des Kampfes wie auf einer Bühne stattfinden. Die Tier Felswand dahinter sind eff voll beleuchtet, wohingegen die übrige Landschaft im Dunkeln liegt. Die Farbkontraste lässt Gauermann ineinander übergehen. Das Zusammenspiel von Licht und Farbe ist meisterlich. Die Anordnung der Tiere ist durchkomponiert, ihre Köpfe lassen sich in die Form einer Raute einschreiben. Das Geweih des erledigten Hirschs ist besonders dekorativ arrangiert. Hier wird offensichtlich, dass sich Gauermann an den Kompositionsprinzipien des Barock orientiert hat. Vorbilder waren Gemälde von Peter Paul Rubens, Frans Snyders, Josef Roos, Carl Ruthards und J. E. Riedingerahmt Das Barocke liegt allerdings nur in der äußerlichen Ähnlichkeit, in einem Effekt. Wichtiger war die reale Einstellung, die persönliche Anschauung (Rupert Feuchtmüller, Friedrich Gauermann 1807-1862, Der Tier- und Landschaftsmaler des österreichischen Biedermeier, Wien 1962, S 53). Er war der Natur aufs Engste verbunden und studierte seit seiner Kindheit Tiere in der Natur. Er nahm auch immer wieder an Jagdgesellschaften teil und konnte so tatsächlich Tierkämpfe beobachten. In Miesenbach hatte der Künstler auch eine kleine Menagerie mit Füchsen, Rehen und Steinadlern. Selbst im Falle der Bären konnte der Künstler auf Beobachtungen und Skizzen im kaiserlichen Tiergarten Schönbrunn zurückgreifen. Das persönliche Erlebnis war somit der Ausgangspunkt, der erst in der Phantasie des Künstlers seine kompositorische Veränderung erfuhr. Das Naturereignis wurde idealisiert und dramatisiert, aber niemals zum billigen Klischee für den Kampf zwischen Gut und Böse. Der Gefühlsinhalt war aber sehr wichtig. Der Maler fasste das Geschehen sehr persönlich auf und legte die ihn bewegenden Gedanken und Gefühle in das Bild hinein (Feuchtmüller, S 53, 56, 57). Gauermanns Tierkampfszenen, mit denen er sich seit den späten 1820er Jahren intensiv auseinandergesetzt hatte und die wesentlich zu seinem frühen Erfolg beigetragen hatten, erregten allseits Bewunderung und fanden international Anerkennung (Wolfgang Krug, Friedrich Gauermann 1807-1862, WienMünchen 2001, S 162; Feuchtmüller S 78).

Expertin: Dr. Christl Wolf Dr. Christl Wolf
+43-1-515 60-377

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 20.04.2010 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 10.04. - 20.04.2010


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.