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Lot Nr. 475


Ferdinand Georg Waldmüller


Ferdinand Georg Waldmüller - Gemälde des 19. Jahrhunderts

(Wien 1793-1865) Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten, signiert und datiert Waldmüller 1854, Öl auf Holz, 55,5 x 44 cm , gerahmt, (GS)

Gutachten Prof. Rupert Feuchtmüller, Wien 5. Dezember 1988 vorhanden.Ausgestellt: "Malerei der österreichischen Biedermeierzeit, Altwiener Malerei", Münster/W., 1987; "Ferdinand Georg Waldmüller", Kunstforum Wien, 1990, Nr. 91. Provenienz: Auktion Phillips, London, 16.05.1973; Deutsche Privatsammlung. Literatur: "Malerei der österreichischen Biedermeierzeit, Altwiener Malerei", Münster/W., 1987, S. 76f. (mit Abb.);"Ferdinand Georg Waldmüller", Wien 1990, S. 194 und 245, Tafel 81; R. Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, S. 506, WVZ-Nr. 888. Unser Gemälde steht in thematischem Zusammenhang mit dem ebenfalls 1854 entstandenen "Abschied des Konskribierten" (Slg. Prof. Dr. Rudolf Leopold, Wien). Beide Bilder illustrieren ein Ereignis, das in bäuerlichen Familien von einiger Wichtigkeit war: ein Konskribierter ist ein junger Mann, der auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht zum Wehr- oder Kriegsdienst eingezogen wird. Damit fiel in der Landbevölkerung ein wichtiges Familienmitglied als Arbeitskraft aus, was immer wieder zu wirtschaftlichen Problemen führte. Der Abschied eines jungen Soldaten von seiner Familie war also meist ein von Emotionen geprägtes Ereignis und es kam sicher häufig vor, dass die Geschwister des jungen Mannes den Hut des Aufbrechenden festlich schmückten. Das Thema war wie geschaffen für den genialen Genremaler Waldmüller. Einige seiner Genre- oder Sittenbilder zählen, ein Gemeinplatz, zu den Meisterwerken der Malerei des 19. Jahrhunderts. Meisterlich ist bei unserem Bild die durch das Spiel von Licht und Schatten definierte Komposition. Das von links einfallende Sonnenlicht verleiht den Figuren der drei Mädchen Plastizität und bildet einen effektvollen Kontrast zu den verschatteten Partien, die das bäuerliche Interieur andeuten. Die graphische Struktur des Steinbodens lenkt den Blick des Betrachters auf das Geschehen um den Hut. Im dunklen Teil des Raumes stehen auf einer Stiege zwei Kinder, die als Beobachter agieren. Kurzum: die Licht- und Schattenführung des Bildes wird als gestaltendes Element eingesetzt und ist von suggestiver Kraft. Waldmüller versuchte, seine Genrebilder zu einer Form der Anschauung des Lebens werden zu lassen. Hierzu K. A. Schröder im Katalog der Wiener Ausstellung von 1990 (S. 42): "Waldmüllers Maxime, daß die Kunst zur Verbesserung der Sitten und Erziehung des Volkes beitragen solle, halst dieser vertrauensvoll eine potentielle Überzeugungskraft auf, die zu ihrer Realisierung nach wirkungsästhetisch erfolgreichen Themen, Motiven und Formen suchen muß. Alles an den Genrebildern ist sprechend - Ort, Situation, Kleidung, volkskundliche Details, Handlung, Komposition. Die angestrebte 'situative Genauigkeit' gewährt dem Bildinhalt Wahrscheinlichkeit, Glaubwürdigkeit und persuasive Kraft, die der dargestellten Wahrheit des Lebens zum Sieg über eine nicht darstellenswerte Wirklichkeit verhilft, die zu verbessern und zu veredeln die Kunst im Sinne Waldmüllers antritt...". Waldmüllers Genremalerei ist geprägt durch den Gegensatz zwischen verklärender Idyllik und sozial engagierter Ikonographie. Bei unserem Bild dominiert vordergründig die ländliche Idylle, denn der junge Mann, der als Konskribierter der Hauptbetroffene ist und, wohl gegen seinen Willen, zum Militär einrücken muß, bleibt unsichtbar und wird durch seinen Hut vertreten.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43 1 515 60 312

oldmasters@dorotheum.com

07.10.2009 - 18:00

Erzielter Preis: **
EUR 490.300,-
Schätzwert:
EUR 300.000,- bis EUR 400.000,-

Ferdinand Georg Waldmüller


(Wien 1793-1865) Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten, signiert und datiert Waldmüller 1854, Öl auf Holz, 55,5 x 44 cm , gerahmt, (GS)

Gutachten Prof. Rupert Feuchtmüller, Wien 5. Dezember 1988 vorhanden.Ausgestellt: "Malerei der österreichischen Biedermeierzeit, Altwiener Malerei", Münster/W., 1987; "Ferdinand Georg Waldmüller", Kunstforum Wien, 1990, Nr. 91. Provenienz: Auktion Phillips, London, 16.05.1973; Deutsche Privatsammlung. Literatur: "Malerei der österreichischen Biedermeierzeit, Altwiener Malerei", Münster/W., 1987, S. 76f. (mit Abb.);"Ferdinand Georg Waldmüller", Wien 1990, S. 194 und 245, Tafel 81; R. Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, S. 506, WVZ-Nr. 888. Unser Gemälde steht in thematischem Zusammenhang mit dem ebenfalls 1854 entstandenen "Abschied des Konskribierten" (Slg. Prof. Dr. Rudolf Leopold, Wien). Beide Bilder illustrieren ein Ereignis, das in bäuerlichen Familien von einiger Wichtigkeit war: ein Konskribierter ist ein junger Mann, der auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht zum Wehr- oder Kriegsdienst eingezogen wird. Damit fiel in der Landbevölkerung ein wichtiges Familienmitglied als Arbeitskraft aus, was immer wieder zu wirtschaftlichen Problemen führte. Der Abschied eines jungen Soldaten von seiner Familie war also meist ein von Emotionen geprägtes Ereignis und es kam sicher häufig vor, dass die Geschwister des jungen Mannes den Hut des Aufbrechenden festlich schmückten. Das Thema war wie geschaffen für den genialen Genremaler Waldmüller. Einige seiner Genre- oder Sittenbilder zählen, ein Gemeinplatz, zu den Meisterwerken der Malerei des 19. Jahrhunderts. Meisterlich ist bei unserem Bild die durch das Spiel von Licht und Schatten definierte Komposition. Das von links einfallende Sonnenlicht verleiht den Figuren der drei Mädchen Plastizität und bildet einen effektvollen Kontrast zu den verschatteten Partien, die das bäuerliche Interieur andeuten. Die graphische Struktur des Steinbodens lenkt den Blick des Betrachters auf das Geschehen um den Hut. Im dunklen Teil des Raumes stehen auf einer Stiege zwei Kinder, die als Beobachter agieren. Kurzum: die Licht- und Schattenführung des Bildes wird als gestaltendes Element eingesetzt und ist von suggestiver Kraft. Waldmüller versuchte, seine Genrebilder zu einer Form der Anschauung des Lebens werden zu lassen. Hierzu K. A. Schröder im Katalog der Wiener Ausstellung von 1990 (S. 42): "Waldmüllers Maxime, daß die Kunst zur Verbesserung der Sitten und Erziehung des Volkes beitragen solle, halst dieser vertrauensvoll eine potentielle Überzeugungskraft auf, die zu ihrer Realisierung nach wirkungsästhetisch erfolgreichen Themen, Motiven und Formen suchen muß. Alles an den Genrebildern ist sprechend - Ort, Situation, Kleidung, volkskundliche Details, Handlung, Komposition. Die angestrebte 'situative Genauigkeit' gewährt dem Bildinhalt Wahrscheinlichkeit, Glaubwürdigkeit und persuasive Kraft, die der dargestellten Wahrheit des Lebens zum Sieg über eine nicht darstellenswerte Wirklichkeit verhilft, die zu verbessern und zu veredeln die Kunst im Sinne Waldmüllers antritt...". Waldmüllers Genremalerei ist geprägt durch den Gegensatz zwischen verklärender Idyllik und sozial engagierter Ikonographie. Bei unserem Bild dominiert vordergründig die ländliche Idylle, denn der junge Mann, der als Konskribierter der Hauptbetroffene ist und, wohl gegen seinen Willen, zum Militär einrücken muß, bleibt unsichtbar und wird durch seinen Hut vertreten.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
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oldmasters@dorotheum.com


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 07.10.2009 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 26.09. - 07.10.2009


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.