Sie nutzen einen veralteten Browser!

Um unsere Website voll funktionsfähig nutzen zu können, sollten Sie eine aktuelle Browserversion installieren. Eine Auflistung von empfohlenen Browserversionen finden Sie gleich hier.



Lot Nr. 55 V


1969 BMW 1600 GT


Eines der seltensten BMW Modelle
Eines von nur 1255 Coupés


9,1 Millionen Deutsche Mark, soviel ließ sich BMW die Einverleibung der Hans Glas GmbH kosten. Dabei war man nur ein Jahrzehnt zuvor selbst noch Übernahmekandidat gewesen, so marod waren damals die Finanzen. Ausgerechnet der Erzrivale aus Stuttgart wollte die Bayern schlucken, was nur durch einen Coup von Belegschaft, Betriebsräten, Händlern und Kleinaktionären vereitelt werden konnte. Dabei soll sogar der Hans Glas GmbH die Übernahme angetragen worden sein um eine schwäbische Zukunft zu verhindern, BMW blieb letztlich eigenständig und mit der Neuen Klasse und dem daraus abgeleiteten Null-Zwei segelte das bayerische Schiff wieder in ruhigere Gewässer.

Eine Autostunde nördlich in Dingolfing arbeitete man unterdessen fröhlich am eigenen Untergang. Anstelle von Kleinstwagen baute man nun Sportwagen. Die sahen zwar hinreißend hübsch aus, waren aber teuer, zu teuer, sowohl in der Herstellung als auch für die Kundschaft. Die Ambitionen reichten sogar bis zum V8-Gran Turismo nach italienischem Vorbild, die finanziellen Mittel aber nicht einmal bis zur bayerisch-österreichischen Grenze. Ganz nach dem Vorbild von BMW ging Glas 1966 das Geld aus. Ende des Jahres war eingangs beschriebenes Schicksal besiegelt.

Ab dem Folgejahr zierte dann schon der weiß-blaue Propeller die bildschönen Glas-Karossen italienischen Ursprungs. Die kleinen Coupés bekamen außerdem die Rückleuchten vom Null-Zwei und die unvermeidbare Niere verpasst. Unter der Haube steckte nun der Motor aus dem 1600 TI mit seinen zwei 40er Solex Doppelvergasern und 105 Pferdestärken. Auch beim Getriebe und der Hinterachse vertraute man auf das hauseigene Sortiment, nur die Vorderachse blieb ein Glas-Relikt. Und auch das größte Hindernis beließ man beim alten: den Preis. Der GT war um die Hälfte teurer als der 1600 TI und so blieb die Nachfrage mehr als überschaubar. Gerade nur 1259 Stück entstanden in einem knappen Jahr Bauzeit. Erst mit dem Ausverkauf ab Oktober 1968 glich man den Preis annähernd an den der profanen Limousine an, in der bereits ein neuer Zweiliter beim TI den 1600er abgelöst hatte.

Dieser BMW 1600 GT war Zeit seines Lebens nur in seiner bayerischen Heimat zugelassen. Erstbesitzerin war Jutta Ruth Mauerer, eine Neubiberger Ingenieurin, die sich noch im Abverkauf eines der hübschen Coupés zugelegt hatte. Erst Ende März 1969, als die Produktion schon über ein Jahr ausgelaufen war, wurde der 1600 GT erstmals zugelassen. Drei Jahre behielt sie ihren Boliden und verkaufte in dann an Margit Bussigl, eine Münchner Stewardess. Nach noch einmal drei Jahren folgte dann der erste männliche und zugleich letzte eingetragene Halter im alten Pappdeckelbrief. Keine zwei Jahre später, am 12. April 1977 wurde der BMW schließlich stillgelegt, und das wohl für lange Zeit. Denn weder ist der alte Brief entwertet noch liegt ein weiteres Dokument aus dem letzten Jahrtausend vor.

Erst vor vier Jahren wechselte der 1600 GT in den Besitz der Einbringerin. Eine nicht ganz unwesentliche Vertragsbedingung war die Durchführung einer Vollrestauration durch den Verkäufer. Wie kompromisslos die war, sieht man heute noch am Auto und am abschließenden Gutachten. Dem Zufall wurde hier nichts überlassen, weder an der Karosserie, dem Interieur noch der Mechanik.

Entstanden ist am Ende ein bildhübsches Exemplar eines der schönsten je gebauten BMW-Modelle, der so ganz anders ist als alles andere, was damals in München vom Band lief. Das von Glas geerbte, italienische Äußere fasziniert auf Anhieb mit seiner Schönheit, die BMW TI-Mechanik ist ohnehin über jeglichen Zweifel erhaben und seine Seltenheit vielleicht bei deutschen Herstellern unerreicht. Der BMW 1600 GT ist nicht nur der etwas andere BMW, er ist der etwas andere deutsche Sportwagen, anders im positivsten aller Sinne.

Chassis: W 001894,
Motor: W 001894,
Aufbau: GT 6435,
Papiere: Deutsche historische Zulassung

29.08.2020 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 71.300,-
Schätzwert:
EUR 60.000,- bis EUR 80.000,-

1969 BMW 1600 GT


Eines der seltensten BMW Modelle
Eines von nur 1255 Coupés


9,1 Millionen Deutsche Mark, soviel ließ sich BMW die Einverleibung der Hans Glas GmbH kosten. Dabei war man nur ein Jahrzehnt zuvor selbst noch Übernahmekandidat gewesen, so marod waren damals die Finanzen. Ausgerechnet der Erzrivale aus Stuttgart wollte die Bayern schlucken, was nur durch einen Coup von Belegschaft, Betriebsräten, Händlern und Kleinaktionären vereitelt werden konnte. Dabei soll sogar der Hans Glas GmbH die Übernahme angetragen worden sein um eine schwäbische Zukunft zu verhindern, BMW blieb letztlich eigenständig und mit der Neuen Klasse und dem daraus abgeleiteten Null-Zwei segelte das bayerische Schiff wieder in ruhigere Gewässer.

Eine Autostunde nördlich in Dingolfing arbeitete man unterdessen fröhlich am eigenen Untergang. Anstelle von Kleinstwagen baute man nun Sportwagen. Die sahen zwar hinreißend hübsch aus, waren aber teuer, zu teuer, sowohl in der Herstellung als auch für die Kundschaft. Die Ambitionen reichten sogar bis zum V8-Gran Turismo nach italienischem Vorbild, die finanziellen Mittel aber nicht einmal bis zur bayerisch-österreichischen Grenze. Ganz nach dem Vorbild von BMW ging Glas 1966 das Geld aus. Ende des Jahres war eingangs beschriebenes Schicksal besiegelt.

Ab dem Folgejahr zierte dann schon der weiß-blaue Propeller die bildschönen Glas-Karossen italienischen Ursprungs. Die kleinen Coupés bekamen außerdem die Rückleuchten vom Null-Zwei und die unvermeidbare Niere verpasst. Unter der Haube steckte nun der Motor aus dem 1600 TI mit seinen zwei 40er Solex Doppelvergasern und 105 Pferdestärken. Auch beim Getriebe und der Hinterachse vertraute man auf das hauseigene Sortiment, nur die Vorderachse blieb ein Glas-Relikt. Und auch das größte Hindernis beließ man beim alten: den Preis. Der GT war um die Hälfte teurer als der 1600 TI und so blieb die Nachfrage mehr als überschaubar. Gerade nur 1259 Stück entstanden in einem knappen Jahr Bauzeit. Erst mit dem Ausverkauf ab Oktober 1968 glich man den Preis annähernd an den der profanen Limousine an, in der bereits ein neuer Zweiliter beim TI den 1600er abgelöst hatte.

Dieser BMW 1600 GT war Zeit seines Lebens nur in seiner bayerischen Heimat zugelassen. Erstbesitzerin war Jutta Ruth Mauerer, eine Neubiberger Ingenieurin, die sich noch im Abverkauf eines der hübschen Coupés zugelegt hatte. Erst Ende März 1969, als die Produktion schon über ein Jahr ausgelaufen war, wurde der 1600 GT erstmals zugelassen. Drei Jahre behielt sie ihren Boliden und verkaufte in dann an Margit Bussigl, eine Münchner Stewardess. Nach noch einmal drei Jahren folgte dann der erste männliche und zugleich letzte eingetragene Halter im alten Pappdeckelbrief. Keine zwei Jahre später, am 12. April 1977 wurde der BMW schließlich stillgelegt, und das wohl für lange Zeit. Denn weder ist der alte Brief entwertet noch liegt ein weiteres Dokument aus dem letzten Jahrtausend vor.

Erst vor vier Jahren wechselte der 1600 GT in den Besitz der Einbringerin. Eine nicht ganz unwesentliche Vertragsbedingung war die Durchführung einer Vollrestauration durch den Verkäufer. Wie kompromisslos die war, sieht man heute noch am Auto und am abschließenden Gutachten. Dem Zufall wurde hier nichts überlassen, weder an der Karosserie, dem Interieur noch der Mechanik.

Entstanden ist am Ende ein bildhübsches Exemplar eines der schönsten je gebauten BMW-Modelle, der so ganz anders ist als alles andere, was damals in München vom Band lief. Das von Glas geerbte, italienische Äußere fasziniert auf Anhieb mit seiner Schönheit, die BMW TI-Mechanik ist ohnehin über jeglichen Zweifel erhaben und seine Seltenheit vielleicht bei deutschen Herstellern unerreicht. Der BMW 1600 GT ist nicht nur der etwas andere BMW, er ist der etwas andere deutsche Sportwagen, anders im positivsten aller Sinne.

Chassis: W 001894,
Motor: W 001894,
Aufbau: GT 6435,
Papiere: Deutsche historische Zulassung


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 29.08.2020 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: 26.08. - 29.08.2020


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.