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Lot Nr. 62 V


1930 Tatra 12


Einer von 7.525 Tatra 12
Weitgehend im Originalzustand
Ab 1959 im Besitz Max Reisch


Hans Ledwinka verließ 1921 die Steyr-Werke und trat seine neue Position als technischer Direktor bei der Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft an. Noch in seiner alten Position hatte er die Idee zu einem Kleinwagen entwickelt, sein alter Arbeitgeber lehnte die aber ab. Noch 1921 war ein Prototyp davon mit der schlichten Nummer 11 gebaut, der nach der Fusion von Nesselsdorfer mit den Ringhoffer-Werken 1923 als Tatra 11 präsentiert wurde. Der wurde angetrieben von einem kopfgesteuerten Zweizylinder-Boxermotor mit 1.056 ccm, der 12 PS leistete. Motor, Getriebe und Achsantrieb waren mit dem Zentralrohrrahmen zu einer Einheit verblockt. Es gab den Tatra in einer Vielzahl von Aufbauvarianten, was mit ein Grund für seinen Erfolg werden sollten.

1926 präsentierte man den Tatra 12 als Nachfolger. Der trug einen stolzen Namen, denn im Jahr zuvor schafften zwei Tatras mit der Bezeichnung „12 Targa Florio“ einen Doppelsieg beim Rennen in Sizilien. Vom Rennwagen war aber der profane 12er so weit entfernt wie Nesselsdorf von Palermo. Der Motor blieb weitgehend unverändert, nur die Leistung stieg auf 13 bis 14 PS. Größte Neuerung war, dass es nun auch an der Vorderachse Bremsen gab. In acht Jahren entstanden gut 7.500 Tatra 12, womit er den Erfolg seiner Vogränger wiederholte.

Die Tatras erfreuten sich auch in ihrer alten, nun kleinen Heimat Österreich größter Beliebtheit. Der Firmensitz war längst nach Prag verlegt worden, doch errichtete die Ringhoffer-Tatra AG in der Simmeringer Hauptstraße 98 eine Zentral-Werkstätte. Weil nach und nach die Schutzzölle stiegen, wurde diese 1924 zum Karosseriewerk umfunktioniert und auf die aus Nesseldorf gelieferten Chassis die in Wien gebauten Karossen montiert. An der hochklappbaren Bughaube prangte nicht selten sogar noch das alte Nesselsdorfer-Wappen mit Doppeladler über dem neuen Tatra- Emblem.

1959 kaufte Dr. Max Reisch diesen Tatra 12 von einem Bäcker in St. Gilgen am Wolfgangsee. Er wollte seiner Frau ein kleines Stück Heimat schenken, aus der ihre Familie 1945 vertrieben worden war. Die Familie Seidel-Heinzen waren Farbfabrikanten gewesen, die die nordböhmischen Glashütten beliefert hatten, und nun alles zurücklassen mussten. Das selbe Schicksal hatte die Glasdynastie Riedel ereilt, mit derern Sprössling Claus Josef Christiane in Kindheitstagen befreundet war.

Die eine Familie verschlug es nach Wien, die andere nach Tirol. Claus Josef war auch mit Max Reisch befreundet, da sie die Leidenschaft für den Motorsport verband. Und weil die Welt eben eine kleine ist, kam es so zu einem Wiedersehen in Tirol. Für beide war der Tatra ein Stück Erinnerung an glückliche Kindheitstage.

Der noch original erhaltene Tatra wurde noch am selben Tag des Ankaufs in Tirol zugelassen. Sein Zuhause fand er vorerst jedoch nicht im Hause Reisch sondern in der Riedel Glasfabrik. Mitte der 1960er Jahre erhielt er einen neuen Anstrich in deren Firmenfarben und ein Jahrzehnt später ein neues Verdeck. Ansonsten blieb er weitgehend original erhalten und wartet nun nach langen Jahren in der Ausstellung, dass ihm ein neuer Besitzer wieder etwas Leben einhaucht.

Chassis: 15015,
Motor: 22102,
Aufbau: 1322,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung

29.08.2020 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 17.250,-
Schätzwert:
EUR 12.000,- bis EUR 18.000,-

1930 Tatra 12


Einer von 7.525 Tatra 12
Weitgehend im Originalzustand
Ab 1959 im Besitz Max Reisch


Hans Ledwinka verließ 1921 die Steyr-Werke und trat seine neue Position als technischer Direktor bei der Nesselsdorfer Wagenbau-Fabriks-Gesellschaft an. Noch in seiner alten Position hatte er die Idee zu einem Kleinwagen entwickelt, sein alter Arbeitgeber lehnte die aber ab. Noch 1921 war ein Prototyp davon mit der schlichten Nummer 11 gebaut, der nach der Fusion von Nesselsdorfer mit den Ringhoffer-Werken 1923 als Tatra 11 präsentiert wurde. Der wurde angetrieben von einem kopfgesteuerten Zweizylinder-Boxermotor mit 1.056 ccm, der 12 PS leistete. Motor, Getriebe und Achsantrieb waren mit dem Zentralrohrrahmen zu einer Einheit verblockt. Es gab den Tatra in einer Vielzahl von Aufbauvarianten, was mit ein Grund für seinen Erfolg werden sollten.

1926 präsentierte man den Tatra 12 als Nachfolger. Der trug einen stolzen Namen, denn im Jahr zuvor schafften zwei Tatras mit der Bezeichnung „12 Targa Florio“ einen Doppelsieg beim Rennen in Sizilien. Vom Rennwagen war aber der profane 12er so weit entfernt wie Nesselsdorf von Palermo. Der Motor blieb weitgehend unverändert, nur die Leistung stieg auf 13 bis 14 PS. Größte Neuerung war, dass es nun auch an der Vorderachse Bremsen gab. In acht Jahren entstanden gut 7.500 Tatra 12, womit er den Erfolg seiner Vogränger wiederholte.

Die Tatras erfreuten sich auch in ihrer alten, nun kleinen Heimat Österreich größter Beliebtheit. Der Firmensitz war längst nach Prag verlegt worden, doch errichtete die Ringhoffer-Tatra AG in der Simmeringer Hauptstraße 98 eine Zentral-Werkstätte. Weil nach und nach die Schutzzölle stiegen, wurde diese 1924 zum Karosseriewerk umfunktioniert und auf die aus Nesseldorf gelieferten Chassis die in Wien gebauten Karossen montiert. An der hochklappbaren Bughaube prangte nicht selten sogar noch das alte Nesselsdorfer-Wappen mit Doppeladler über dem neuen Tatra- Emblem.

1959 kaufte Dr. Max Reisch diesen Tatra 12 von einem Bäcker in St. Gilgen am Wolfgangsee. Er wollte seiner Frau ein kleines Stück Heimat schenken, aus der ihre Familie 1945 vertrieben worden war. Die Familie Seidel-Heinzen waren Farbfabrikanten gewesen, die die nordböhmischen Glashütten beliefert hatten, und nun alles zurücklassen mussten. Das selbe Schicksal hatte die Glasdynastie Riedel ereilt, mit derern Sprössling Claus Josef Christiane in Kindheitstagen befreundet war.

Die eine Familie verschlug es nach Wien, die andere nach Tirol. Claus Josef war auch mit Max Reisch befreundet, da sie die Leidenschaft für den Motorsport verband. Und weil die Welt eben eine kleine ist, kam es so zu einem Wiedersehen in Tirol. Für beide war der Tatra ein Stück Erinnerung an glückliche Kindheitstage.

Der noch original erhaltene Tatra wurde noch am selben Tag des Ankaufs in Tirol zugelassen. Sein Zuhause fand er vorerst jedoch nicht im Hause Reisch sondern in der Riedel Glasfabrik. Mitte der 1960er Jahre erhielt er einen neuen Anstrich in deren Firmenfarben und ein Jahrzehnt später ein neues Verdeck. Ansonsten blieb er weitgehend original erhalten und wartet nun nach langen Jahren in der Ausstellung, dass ihm ein neuer Besitzer wieder etwas Leben einhaucht.

Chassis: 15015,
Motor: 22102,
Aufbau: 1322,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 29.08.2020 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: 26.08. - 29.08.2020


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.