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Lot Nr. 63 V


1936 Puch 800


Das österreichische Jahrhundertmotorrad
Eine von nur 550 gebauten Puch 800
Wunderschön restauriert


Die Puch 800 war das hubraumstärkste Motorrad der Steyr-Daimler-Puch AG. Sie wurde von 1936 bis 1938 gefertigt und zwar genau 550 mal. Spricht schon die geringe Stückzahl für den Ausnahmestatus, so tut es die technische Ausführung erst recht. Die lauten Rufe der Heeresverwaltung nach einem militärisch tauglichen Beiwagenmodell aus inländischer Produktion wurden letztendlich von Puch mit der Erprobung eines 750 ccm Zweizylinder Boxer erhört, der aber wegen zu starker Vibrationen nicht überzeugen konnte. Giovanni Marcellino legte mit einem 4-Zylinder-Entwurf nach. Wieder ein Boxer, dessen Zylinderblöcke sich aber nicht wie üblich im 180 Grad Winkel gegenüberliegen, denn beide Zylinderblöcke sind jeweils um 16 Grad nach oben angewinkelt und lassen das Aggregat wie einen Weitwinkel-V-Motor aussehen. Die Zylinderköpfe gewannen dadurch 7 cm mehr Bodenfreiheit, was im militärischen Geländeeinsatz von entscheidendem Vorteil war. Gespeist wurden die vier Zylinder von einem zentralen Fallstromvergaser. Dieses Aggregat erwies sich nun als sehr laufruhig und auch ausreichend stark um in schwierigem Gelände und im Gebirge den Anforderungen von Militär und Polizei gerecht zu werden. Behördenmodelle wurden mit grauer Lackierung ausgeliefert, Privatfahrer erhielten sie in der gewohnten Puch-Farbgebung. Auch ansonsten ist sie mit dem massiven Rahmen, der Pressstahlgabel, den großen Innenbackenbremsen und dem zweigeteilten Kraftstofftank eine typische Puch. Zuerst auch wegen der Exportbeschränkungen auf deutsche BMWs und Zündapps entwickelt, sahen die Verantwortlichen nach dem „Anschluss“ Österreichs und unter der deutschen Zentralverwaltung keine Zukunft mehr für das Behördenmodell und stellten die Produktion ein. Die schwere Vierzylinder ist der Traum eines jeden Puchsammlers, und davon gibt es mehr als 800er jemals gebaut wurden.

Wenn man denn eine Puch 800 auf dem Markt findet, heißt es zugreifen oder wieder sehr viel Geduld zu beweisen, bis sich eventuell die nächste Gelegenheit ergibt. Und günstiger wird diese dann wahrscheinlich auch nicht. So war der Entschluss des Einbringers zuzuschlagen schnell gefällt. 2011 konnte er diese Puch 800 als Restaurierungsobjekt von einem Sammler im Waldviertel erstehen. Dort, genau genommen in Obritz, hatte die Puch die längste Zeit ihres Lebens verbracht. Sie war ab 7. Februar 1961 dort auf genau einen Halter zugelassen, der die 800er im Sommer 1979 letztlich abmeldete. Über die Geschichte davor ist, wenig bekannt, abgesehen vom Datum der Erstzulassung, dem 22. August 1936, womit sie aus dem ersten Modelljahr stammt. Dass das eine oder andere Teil fehlte und wirklich alles zu machen war, tat dem Enthusiasmus des Einbringers überhaupt keinen Abbruch und führte letztendlich zu einem voll überzeugenden Ergebnis. Denn so ziemlich jedes Teil wurde angefasst, überprüft, überarbeitet und wenn nötig neu beschafft oder nachgefertigt. Der Einbringer koordinierte und begleitete die einzelnen Gewerke und ließ diese nur von Experten ihres Faches ausführen. So erfuhr auch der Motor eine Rundumkur vom renommierten Typenspezialisten. Modellspezifische Schwachstellen konnten dabei durch in der Szene gebräuchliche und verbesserte, aber dennoch originalgetreue Komponenten ausgemerzt werden. Natürlich wurde auch bei der Ausführung der Lack- und Linierarbeiten nicht gespart und diese in anerkannte Hände gegeben. Ganze fünf Jahre später konnte der Einbringer das Projekt erfolgreich abschließen und die 800 zulassen. Heute trübt ein ernstes Rückenproblem den Spaß an der schweren Maschine und er gibt die vier Zentner exquisite, österreichische Ingenieurskunst frei für den nächsten verzweifelt Suchenden.

Rahmen: 75239,
Motor: 75239,
Papiere: Österreichische Typenbescheinigung (Duplikat)

29.08.2020 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 115.000,-
Schätzwert:
EUR 90.000,- bis EUR 120.000,-

1936 Puch 800


Das österreichische Jahrhundertmotorrad
Eine von nur 550 gebauten Puch 800
Wunderschön restauriert


Die Puch 800 war das hubraumstärkste Motorrad der Steyr-Daimler-Puch AG. Sie wurde von 1936 bis 1938 gefertigt und zwar genau 550 mal. Spricht schon die geringe Stückzahl für den Ausnahmestatus, so tut es die technische Ausführung erst recht. Die lauten Rufe der Heeresverwaltung nach einem militärisch tauglichen Beiwagenmodell aus inländischer Produktion wurden letztendlich von Puch mit der Erprobung eines 750 ccm Zweizylinder Boxer erhört, der aber wegen zu starker Vibrationen nicht überzeugen konnte. Giovanni Marcellino legte mit einem 4-Zylinder-Entwurf nach. Wieder ein Boxer, dessen Zylinderblöcke sich aber nicht wie üblich im 180 Grad Winkel gegenüberliegen, denn beide Zylinderblöcke sind jeweils um 16 Grad nach oben angewinkelt und lassen das Aggregat wie einen Weitwinkel-V-Motor aussehen. Die Zylinderköpfe gewannen dadurch 7 cm mehr Bodenfreiheit, was im militärischen Geländeeinsatz von entscheidendem Vorteil war. Gespeist wurden die vier Zylinder von einem zentralen Fallstromvergaser. Dieses Aggregat erwies sich nun als sehr laufruhig und auch ausreichend stark um in schwierigem Gelände und im Gebirge den Anforderungen von Militär und Polizei gerecht zu werden. Behördenmodelle wurden mit grauer Lackierung ausgeliefert, Privatfahrer erhielten sie in der gewohnten Puch-Farbgebung. Auch ansonsten ist sie mit dem massiven Rahmen, der Pressstahlgabel, den großen Innenbackenbremsen und dem zweigeteilten Kraftstofftank eine typische Puch. Zuerst auch wegen der Exportbeschränkungen auf deutsche BMWs und Zündapps entwickelt, sahen die Verantwortlichen nach dem „Anschluss“ Österreichs und unter der deutschen Zentralverwaltung keine Zukunft mehr für das Behördenmodell und stellten die Produktion ein. Die schwere Vierzylinder ist der Traum eines jeden Puchsammlers, und davon gibt es mehr als 800er jemals gebaut wurden.

Wenn man denn eine Puch 800 auf dem Markt findet, heißt es zugreifen oder wieder sehr viel Geduld zu beweisen, bis sich eventuell die nächste Gelegenheit ergibt. Und günstiger wird diese dann wahrscheinlich auch nicht. So war der Entschluss des Einbringers zuzuschlagen schnell gefällt. 2011 konnte er diese Puch 800 als Restaurierungsobjekt von einem Sammler im Waldviertel erstehen. Dort, genau genommen in Obritz, hatte die Puch die längste Zeit ihres Lebens verbracht. Sie war ab 7. Februar 1961 dort auf genau einen Halter zugelassen, der die 800er im Sommer 1979 letztlich abmeldete. Über die Geschichte davor ist, wenig bekannt, abgesehen vom Datum der Erstzulassung, dem 22. August 1936, womit sie aus dem ersten Modelljahr stammt. Dass das eine oder andere Teil fehlte und wirklich alles zu machen war, tat dem Enthusiasmus des Einbringers überhaupt keinen Abbruch und führte letztendlich zu einem voll überzeugenden Ergebnis. Denn so ziemlich jedes Teil wurde angefasst, überprüft, überarbeitet und wenn nötig neu beschafft oder nachgefertigt. Der Einbringer koordinierte und begleitete die einzelnen Gewerke und ließ diese nur von Experten ihres Faches ausführen. So erfuhr auch der Motor eine Rundumkur vom renommierten Typenspezialisten. Modellspezifische Schwachstellen konnten dabei durch in der Szene gebräuchliche und verbesserte, aber dennoch originalgetreue Komponenten ausgemerzt werden. Natürlich wurde auch bei der Ausführung der Lack- und Linierarbeiten nicht gespart und diese in anerkannte Hände gegeben. Ganze fünf Jahre später konnte der Einbringer das Projekt erfolgreich abschließen und die 800 zulassen. Heute trübt ein ernstes Rückenproblem den Spaß an der schweren Maschine und er gibt die vier Zentner exquisite, österreichische Ingenieurskunst frei für den nächsten verzweifelt Suchenden.

Rahmen: 75239,
Motor: 75239,
Papiere: Österreichische Typenbescheinigung (Duplikat)


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 29.08.2020 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: 26.08. - 29.08.2020


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.