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Lot Nr. 60 V


1902 Clement 9 HP Four Seater Rear Entrance Tonneau


30 Jahre in der Sammlung von Michael John Banfield
119 Jahre alter Zeitzeuge in fantastischem Zustand
Mit Startplatz für den diesjährigen London-Brighton-Run


Unter den Pionieren der jungen Automobilindustrie gab es nur wenige Namen, die angesehener waren als der von Gustave-Adolphe Clément. Schon bevor er in den Motorenbau einstieg und 1899 die Firma Clément & Cie gründete, zeigte er sein technisches und unternehmerisches Können. Das erforderliche Kapital für die Umsetzung seiner Ideen schuf er mit seiner seit langem erfolgreichen Fahrradproduktion und der Sicherung der französischen Patente für Dunlop-Schlauchreifen. Clément war überhaupt ein sehr umtriebiger Visionär und produzierte später auch Luftschiffe und Flugzeuge.

Das Automobil an sich und die publikumswirksamen City-to-City Rennen um die Wende des 19./20. Jahrhunderts begeisterten Clément so sehr, dass er seine gesamte Energie nun der Automobilentwicklung widmen wollte und sollte. Unternehmen wie De Dion Bouton und Panhard-Levassor standen zum Jahrhundertwechsel an der Spitze dieses rasanten Fortschritts und verhalfen dem Automobil, als zuverlässiges Fortbewegungsmittel anerkannt zu werden. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen waren Cléments erste Varianten motorbetriebene Dreiräder und Vierräder, aber um 1900 bot Clément auch Voiturettes nach dem Prinzip des De Dion Bouton oder eines Panhard an.

Clément konzentrierte sich nun auf die schlagzeilenträchtigen Städte-Rennen. Veranstaltungen wie Paris-Wien 1902 mit 1.000 Rennkilometern, Clément nahm mit sieben Vierzylinder-Wagen teil, waren nicht nur wertvolle Werbung, sondern bewiesen auch, dass die Wagen aus Levallois-Perret ausgereift und zuverlässig waren. 1902 und 1903 hatte Clément Autos mit Zwei- und Vierzylindermotoren und Leistungen von 9 bis 16 PS im Programm. Diese Fahrzeuge waren nach dem „Systeme Panhard“ ausgelegt mit vorne montiertem Motor und Hinterradantrieb, hatten aber bereits statt eines Ketten- einen zukunftsweisenden und wartungsfreundlicheren Wellenantrieb. 1903 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens und die Fahrzeuge wurden nun als „Clément-Bayard“ angeboten.

Dieser „9 HP Four-Seater“ aus 1902 trägt noch den Namen Clément. Bereits lange Zeit in seiner Sammlung, restaurierte der Eigner und Mitglied des VCC dann von 1975 bis 1978 den Wagen. Die Arbeiten noch nicht zur Gänze abgeschlossen, da gab er den Clément an Clubmitglied und Szenegröße Michael Banfield aus Staplehurst weiter.

Michael John Banfield war ein Wegbereiter der Veteranenszene in Großbritannien. Seine den Anfangsjahren des Automobils gewidmete Leidenschaft begann 1959 mit dem Kauf eines Bentleys. In über 50 Jahren Sammlerleben stellte Banfield die wohl eindrucksvollste Sammlung von solchen Fahrzeugen zusammen, die es auf der Insel gab. Er sammelte und restaurierte nicht nur Automobile, sondern auch Autobusse, Lastwagen und Feuerwehrwagen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Als Huldigung seiner Passion und Pionierarbeit wurde er auf Lebenszeit zum Ehrenpräsidenten des Veteren Car Club of Great Britain ernannt. 2013 verstarb Michael Banfield, viele Fahrzeuge aus der Pionierzeit verdanken ihm hingegen ihr Überleben.

Doch zurück zum Clément: Banfield vervollständigte das Projekt mit der passenden Lackierung in kastanienbraun mit schwarzen Kotflügeln und Zierstreifen. Der Einbau eines jüngeren Zenith-Vergasers und einer Wasserpumpe sind Zugeständnisse an Zuverlässigkeit und Leistung. Ein feiner Satz Öllampen von Frankreich‘s führendem Zubehörhersteller Ducellier, eine H&B-Rückleuchte, eine Messing-Ballhupe sowie ein Rückspiegel machen die Ausstattung reichhaltig. Die schönen schwarzen Lederpolster fallen da schon fast gar nicht mehr ins Gewicht. Das Auto steht und rollt auf schön linierten Holzrädern.

Banfield behielt den Clément fast dreißig Jahre lang in Ehren und über eine Auktion kam er 2008 zu einem deutschen Liebhaber und Sammler. Der überarbeitete den Clément, ließ das fehlende Verdeck nachfertigen und 2010 vom deutschen TÜV abnehmen. Im März 2011 wurde der Clément dann zugelassen und im Jahr darauf absolvierte sein Besitzer mit ihm erfolgreich den London-Brighton Veteran Car Run.

2020 sollte der Clément noch einmal dort an den Start gehen. Er war bereits angemeldet, aber wie viele andere Veranstaltungen wurde auch der letztjährige London-Brighton-Run leider abgesagt. Aber weil aufgeschoben bekanntlich nicht aufgehoben ist, behält die Nennung auf für dieses Jahr seine Gültigkeit und der oder die neue Besitzer:in darf sich schon auf November freuen. Im zarten Alter von 119 Jahren wird der Clément hoffentlich heuer in London am Start stehen. Gut positioniert im frühen Starterfeld und als Zweizylinder überzeugend motorisiert, sollte man rechtzeitig zum Mittagessen in Brighton sein.

Chassis: 3265,
Motor: 375,
Papiere: Deutsche historische Zulassung und Englisches Vehicle Registration Document in Kopie

03.07.2021 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 95.450,-
Schätzwert:
EUR 90.000,- bis EUR 130.000,-

1902 Clement 9 HP Four Seater Rear Entrance Tonneau


30 Jahre in der Sammlung von Michael John Banfield
119 Jahre alter Zeitzeuge in fantastischem Zustand
Mit Startplatz für den diesjährigen London-Brighton-Run


Unter den Pionieren der jungen Automobilindustrie gab es nur wenige Namen, die angesehener waren als der von Gustave-Adolphe Clément. Schon bevor er in den Motorenbau einstieg und 1899 die Firma Clément & Cie gründete, zeigte er sein technisches und unternehmerisches Können. Das erforderliche Kapital für die Umsetzung seiner Ideen schuf er mit seiner seit langem erfolgreichen Fahrradproduktion und der Sicherung der französischen Patente für Dunlop-Schlauchreifen. Clément war überhaupt ein sehr umtriebiger Visionär und produzierte später auch Luftschiffe und Flugzeuge.

Das Automobil an sich und die publikumswirksamen City-to-City Rennen um die Wende des 19./20. Jahrhunderts begeisterten Clément so sehr, dass er seine gesamte Energie nun der Automobilentwicklung widmen wollte und sollte. Unternehmen wie De Dion Bouton und Panhard-Levassor standen zum Jahrhundertwechsel an der Spitze dieses rasanten Fortschritts und verhalfen dem Automobil, als zuverlässiges Fortbewegungsmittel anerkannt zu werden. Wie bei vielen seiner Zeitgenossen waren Cléments erste Varianten motorbetriebene Dreiräder und Vierräder, aber um 1900 bot Clément auch Voiturettes nach dem Prinzip des De Dion Bouton oder eines Panhard an.

Clément konzentrierte sich nun auf die schlagzeilenträchtigen Städte-Rennen. Veranstaltungen wie Paris-Wien 1902 mit 1.000 Rennkilometern, Clément nahm mit sieben Vierzylinder-Wagen teil, waren nicht nur wertvolle Werbung, sondern bewiesen auch, dass die Wagen aus Levallois-Perret ausgereift und zuverlässig waren. 1902 und 1903 hatte Clément Autos mit Zwei- und Vierzylindermotoren und Leistungen von 9 bis 16 PS im Programm. Diese Fahrzeuge waren nach dem „Systeme Panhard“ ausgelegt mit vorne montiertem Motor und Hinterradantrieb, hatten aber bereits statt eines Ketten- einen zukunftsweisenden und wartungsfreundlicheren Wellenantrieb. 1903 erfolgte die Umbenennung des Unternehmens und die Fahrzeuge wurden nun als „Clément-Bayard“ angeboten.

Dieser „9 HP Four-Seater“ aus 1902 trägt noch den Namen Clément. Bereits lange Zeit in seiner Sammlung, restaurierte der Eigner und Mitglied des VCC dann von 1975 bis 1978 den Wagen. Die Arbeiten noch nicht zur Gänze abgeschlossen, da gab er den Clément an Clubmitglied und Szenegröße Michael Banfield aus Staplehurst weiter.

Michael John Banfield war ein Wegbereiter der Veteranenszene in Großbritannien. Seine den Anfangsjahren des Automobils gewidmete Leidenschaft begann 1959 mit dem Kauf eines Bentleys. In über 50 Jahren Sammlerleben stellte Banfield die wohl eindrucksvollste Sammlung von solchen Fahrzeugen zusammen, die es auf der Insel gab. Er sammelte und restaurierte nicht nur Automobile, sondern auch Autobusse, Lastwagen und Feuerwehrwagen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Als Huldigung seiner Passion und Pionierarbeit wurde er auf Lebenszeit zum Ehrenpräsidenten des Veteren Car Club of Great Britain ernannt. 2013 verstarb Michael Banfield, viele Fahrzeuge aus der Pionierzeit verdanken ihm hingegen ihr Überleben.

Doch zurück zum Clément: Banfield vervollständigte das Projekt mit der passenden Lackierung in kastanienbraun mit schwarzen Kotflügeln und Zierstreifen. Der Einbau eines jüngeren Zenith-Vergasers und einer Wasserpumpe sind Zugeständnisse an Zuverlässigkeit und Leistung. Ein feiner Satz Öllampen von Frankreich‘s führendem Zubehörhersteller Ducellier, eine H&B-Rückleuchte, eine Messing-Ballhupe sowie ein Rückspiegel machen die Ausstattung reichhaltig. Die schönen schwarzen Lederpolster fallen da schon fast gar nicht mehr ins Gewicht. Das Auto steht und rollt auf schön linierten Holzrädern.

Banfield behielt den Clément fast dreißig Jahre lang in Ehren und über eine Auktion kam er 2008 zu einem deutschen Liebhaber und Sammler. Der überarbeitete den Clément, ließ das fehlende Verdeck nachfertigen und 2010 vom deutschen TÜV abnehmen. Im März 2011 wurde der Clément dann zugelassen und im Jahr darauf absolvierte sein Besitzer mit ihm erfolgreich den London-Brighton Veteran Car Run.

2020 sollte der Clément noch einmal dort an den Start gehen. Er war bereits angemeldet, aber wie viele andere Veranstaltungen wurde auch der letztjährige London-Brighton-Run leider abgesagt. Aber weil aufgeschoben bekanntlich nicht aufgehoben ist, behält die Nennung auf für dieses Jahr seine Gültigkeit und der oder die neue Besitzer:in darf sich schon auf November freuen. Im zarten Alter von 119 Jahren wird der Clément hoffentlich heuer in London am Start stehen. Gut positioniert im frühen Starterfeld und als Zweizylinder überzeugend motorisiert, sollte man rechtzeitig zum Mittagessen in Brighton sein.

Chassis: 3265,
Motor: 375,
Papiere: Deutsche historische Zulassung und Englisches Vehicle Registration Document in Kopie


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 03.07.2021 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: Mittwoch, 30.06.2021 bis Samstag, 03.07.2021 9-14 Uhr


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.