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Lot Nr. 66 V


1961 Jaguar E-Type 3.8 Litre Open Two-Seater (ohne Limit/ no reserve)


Früher Flatfloor-Roadster der ersten Serie
Höchstwahrscheinlich der erste E-Type in Österreich
Kompromisslos restauriert
Sensationeller Zustand
Wiener Auslieferung
Matching Numbers


Anfang 1956, im Jahr zuvor hatte man gerade die 24 Stunden von Le Mans gewonnen, begann man bei Jaguar sich schon Gedanken über einen Nachfolger der erfolgreichen D-Types zu machen. Chefingenieur William Heynes übertrug Malcom Sayer die Aufgabe, ursprünglich mit der Prämisse den Wagen noch im selben Jahr an den Start zu bringen und gleich mit dem Zusatz, dass sich davon eine zivile Version als Ablöse für die in die Jahre kommende XK-Baureihe ableiten ließ. Im selben Jahr gewann man wieder an der Sarthe, wieder mit dem D-Type, denn der Prototyp war auch nicht ansatzweise rechtzeitig fertig geworden. Ende des Jahres sollte dann alles anders kommen, William Lyons verkündete das Ende des Werksrennteams, womit plötzlich auch das Experimental Car der Versuchsabteilung völlig in Schwebe war. Lyons war Geschäftsmann und sah wie andere Hersteller sich mit der Rennfahrerei übernahmen.

Ohne dem Druck einen Rennwagen für das kommende Jahr auf die Räder zu stellen, begann Sayer den Versuchswagen in Richtung zivilem Sportwagen zu überarbeiten. Schon Mitte Mai 1957 drehte William Heynes erste Testrunden mit dem E1A (Experimental Type 1 Aluminium), bevor Norman Dewis damit auf die Teststrecke MIRA ging.

Bevor E1A Ende 1958 verschrottet wurde, nahm man noch dessen Form ab, modifizierte sie für einen Radstand von sieben Fuß und innerhalb einer Woche wurde aus einem rollenden Modell mit zusammengenieteter Karosse ein fahrendes. Zur selben Zeit entstand ein Chassis mit der Nummer 850001 und im Juni 1959 war ein erster richtiger Prototyp des E-Types fertig und mit Norman Dewis unterwegs auf MIRA. Im Juli 1960 waren schon vier Prototypen gebaut, zwei Open Two-Seater und zwei Fixed Head Coupés. Erstere stammten alleine aus der Feder von Malcolm Sayer, das Formmodell des geschlossenen E-Types hatte hingegen Bob Blake gebaut und wurde von Sayer anschließend auf Papier gebracht.

Im Februar 1961, die Prototypen waren bereits verschrottet, waren drei E-Types in ihrer finalen Form fertig, ein Roadster und zwei Coupés. Während man den Roadster an die Presse verborgte, gingen die beiden Coupés nach Genf zum Automobilsalon. Am 15. März präsentierte William Lyons den E-Type einer staunenden Öffentlichkeit. Das Aufsehen um die beiden Jaguar, war derart groß, dass man umgehend Norman Dewis mit dem Presse-Roadster nach Genf beorderte. Ein Monat später sorgten die E-Types in New York für dieselbe Sensation. Innerhalb von 30 Minuten waren sechs Wagen verkauft und während der Messe gingen 2.000 Bestellungen ein.

Im Vergleich zum Mitbewerb von Ferrari oder Mercedes war der E-Type nicht nur schneller, sondern auch deutlich günstiger im Preis und er sah einfach aufregend schön aus. Der 3,8 Liter Motor, den man schon aus dem stärksten XK kannte, leistete 265 PS und machte den E-Type unglaubliche 240 km/h schnell und dank Einzelradaufhängung auch sicher.

William Lyons war schnell bewusst, was ihm da gelungen war, doch daheim in England kämpfte man mit den überforderten Kapazitäten, die es zu allererst auszubauen galt. Gleichzeitig begann man bei Jaguar schon damit, dem E-Type erste kleine Kinderkrankheiten abzugewöhnen. Eine der ersten Verbesserungen waren Verschlüsse für die endlos lange Motorhaube im inneren des Wagens, bald darauf folgten neue Fußmulden für Fahrer und Beifahrer, die die Sitzposition komfortabler machten.

Ein erster richtig großer Schritt war dann die Einführung des 4,2-Liter Motors im Oktober 1964 gemeinsam mit einem voll-synchronisiertem Getriebe. Gleichzeitig gab es auch Retuschen im Interieur, unter anderem mit bequemeren, dicker gepolsterten Sitzen. Mit den Jahren wich man immer weiter vom Ur-Entwurf ab und ab 1966 gab es mit dem 2+2 eine dritte Karosserie-Variante, für die auch ein automatisches Getriebe bestellbar war. Die meisten Neuerungen wie diese hatten die Nachfrage und die Regulierungen am US-Markt bestimmt. Die leiteten auch das Ende der ersten Serie ein, als 1968 abgedeckte Scheinwerfer verboten wurden. Bis weit in die 1970er hinein konnte Jaguar die Erfolgsgeschichte des E-Types weiterschreiben, auch wenn die V12-Modelle der letzten Serie nur noch wenig mit den puristischen Sportwagen von 1961 gemeinsam hatten. Heuer feiert der E-Type seinen 60. Geburtstag, die einen nennen ihn Ikone, andere sagen Legende zu ihm. Eines ist er aber gewiss, nämlich einer der aufregendsten Sportwagen der Automobilgeschichte.

Dieser frühe Open Two-Seater wurde am 11. Oktober 1961 im Werk fertig gestellt. Was ihn so besonders macht, ist nicht nur, dass er ein frühes Flat Floor-Modell ist, oder seine ganz außergewöhnliche, originale Farbkombination von Cream over light blue leather, sondern vor allem auch seine Geschichte.

Bestellt hatte diesen Roadster Heinz Ostersetzer, Importeur für Luxus-Uhren in Wien, über den Wiener Jaguar Generalvertreter Georg Hans Koch in Wien XIX. Der E-Type wurde jedoch nicht nach Wien geliefert, sondern von Herrn Ostersetzer, dessen Familie die Kriegsjahre in London verbracht hatte, im Werk in Coventry mit der Zulassung 156 WK selbst abgeholt. Personal Export Delivery nannte man das bei Jaguar damals. Zwei Jahre später verkaufte Heinz Ostersetzer seinen Jaguar E-Type seinem Geschäftspartner, dem Linzer Juwelier Otto Jungbauer. Er selbst blieb jedoch der Marke treu und sollte später noch weitere E-Types besitzen. Schon 1969 kehrte der Jaguar zurück nach Wien zu seinem dritten Besitzer. Derer sollten noch einige folgen, ehe der in die Jahre gekommene Sportwagen letztlich 1985 endgültig abgemeldet wurde.

Vor einigen Jahren fand der Einbringer den E-Type, abgestellt in einer Scheune im Wienerwald. Der Jaguar war komplett, bedurfte aber einer kompletten Restauration. Einen Umfang, der andere vielleicht gescheut hätte, nahm er als Herausforderung an und das anvisierte Ziel war nicht mehr oder weniger als möglichst nahe an die Perfektion zu kommen. Es wurden weder Kosten, Zeit oder Mühen gespart und die besten Adressen und einschlägigsten Spezialisten beauftragt.

Rechtzeitig zum Jubiläum ist dieser E-Type nun fertig geworden und das Ergebnis kann sich nicht nur einfach sehen lassen, es ist schlichtweg beeindruckend. Als wäre der E-Type nicht selbst schon ein Kunstwerk für sich, setzt die Qualität der Arbeit und des Ergebnisses diesem Roadster noch die Krone auf. Damit nicht genug, macht seine österreichische Geschichte diesen fantastischen Sportwagen zum absoluten Einzelstück

Chassis: 875755,
Motor: R 2138-8,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung

03.07.2021 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 182.200,-
Schätzwert:
EUR 180.000,- bis EUR 240.000,-

1961 Jaguar E-Type 3.8 Litre Open Two-Seater (ohne Limit/ no reserve)


Früher Flatfloor-Roadster der ersten Serie
Höchstwahrscheinlich der erste E-Type in Österreich
Kompromisslos restauriert
Sensationeller Zustand
Wiener Auslieferung
Matching Numbers


Anfang 1956, im Jahr zuvor hatte man gerade die 24 Stunden von Le Mans gewonnen, begann man bei Jaguar sich schon Gedanken über einen Nachfolger der erfolgreichen D-Types zu machen. Chefingenieur William Heynes übertrug Malcom Sayer die Aufgabe, ursprünglich mit der Prämisse den Wagen noch im selben Jahr an den Start zu bringen und gleich mit dem Zusatz, dass sich davon eine zivile Version als Ablöse für die in die Jahre kommende XK-Baureihe ableiten ließ. Im selben Jahr gewann man wieder an der Sarthe, wieder mit dem D-Type, denn der Prototyp war auch nicht ansatzweise rechtzeitig fertig geworden. Ende des Jahres sollte dann alles anders kommen, William Lyons verkündete das Ende des Werksrennteams, womit plötzlich auch das Experimental Car der Versuchsabteilung völlig in Schwebe war. Lyons war Geschäftsmann und sah wie andere Hersteller sich mit der Rennfahrerei übernahmen.

Ohne dem Druck einen Rennwagen für das kommende Jahr auf die Räder zu stellen, begann Sayer den Versuchswagen in Richtung zivilem Sportwagen zu überarbeiten. Schon Mitte Mai 1957 drehte William Heynes erste Testrunden mit dem E1A (Experimental Type 1 Aluminium), bevor Norman Dewis damit auf die Teststrecke MIRA ging.

Bevor E1A Ende 1958 verschrottet wurde, nahm man noch dessen Form ab, modifizierte sie für einen Radstand von sieben Fuß und innerhalb einer Woche wurde aus einem rollenden Modell mit zusammengenieteter Karosse ein fahrendes. Zur selben Zeit entstand ein Chassis mit der Nummer 850001 und im Juni 1959 war ein erster richtiger Prototyp des E-Types fertig und mit Norman Dewis unterwegs auf MIRA. Im Juli 1960 waren schon vier Prototypen gebaut, zwei Open Two-Seater und zwei Fixed Head Coupés. Erstere stammten alleine aus der Feder von Malcolm Sayer, das Formmodell des geschlossenen E-Types hatte hingegen Bob Blake gebaut und wurde von Sayer anschließend auf Papier gebracht.

Im Februar 1961, die Prototypen waren bereits verschrottet, waren drei E-Types in ihrer finalen Form fertig, ein Roadster und zwei Coupés. Während man den Roadster an die Presse verborgte, gingen die beiden Coupés nach Genf zum Automobilsalon. Am 15. März präsentierte William Lyons den E-Type einer staunenden Öffentlichkeit. Das Aufsehen um die beiden Jaguar, war derart groß, dass man umgehend Norman Dewis mit dem Presse-Roadster nach Genf beorderte. Ein Monat später sorgten die E-Types in New York für dieselbe Sensation. Innerhalb von 30 Minuten waren sechs Wagen verkauft und während der Messe gingen 2.000 Bestellungen ein.

Im Vergleich zum Mitbewerb von Ferrari oder Mercedes war der E-Type nicht nur schneller, sondern auch deutlich günstiger im Preis und er sah einfach aufregend schön aus. Der 3,8 Liter Motor, den man schon aus dem stärksten XK kannte, leistete 265 PS und machte den E-Type unglaubliche 240 km/h schnell und dank Einzelradaufhängung auch sicher.

William Lyons war schnell bewusst, was ihm da gelungen war, doch daheim in England kämpfte man mit den überforderten Kapazitäten, die es zu allererst auszubauen galt. Gleichzeitig begann man bei Jaguar schon damit, dem E-Type erste kleine Kinderkrankheiten abzugewöhnen. Eine der ersten Verbesserungen waren Verschlüsse für die endlos lange Motorhaube im inneren des Wagens, bald darauf folgten neue Fußmulden für Fahrer und Beifahrer, die die Sitzposition komfortabler machten.

Ein erster richtig großer Schritt war dann die Einführung des 4,2-Liter Motors im Oktober 1964 gemeinsam mit einem voll-synchronisiertem Getriebe. Gleichzeitig gab es auch Retuschen im Interieur, unter anderem mit bequemeren, dicker gepolsterten Sitzen. Mit den Jahren wich man immer weiter vom Ur-Entwurf ab und ab 1966 gab es mit dem 2+2 eine dritte Karosserie-Variante, für die auch ein automatisches Getriebe bestellbar war. Die meisten Neuerungen wie diese hatten die Nachfrage und die Regulierungen am US-Markt bestimmt. Die leiteten auch das Ende der ersten Serie ein, als 1968 abgedeckte Scheinwerfer verboten wurden. Bis weit in die 1970er hinein konnte Jaguar die Erfolgsgeschichte des E-Types weiterschreiben, auch wenn die V12-Modelle der letzten Serie nur noch wenig mit den puristischen Sportwagen von 1961 gemeinsam hatten. Heuer feiert der E-Type seinen 60. Geburtstag, die einen nennen ihn Ikone, andere sagen Legende zu ihm. Eines ist er aber gewiss, nämlich einer der aufregendsten Sportwagen der Automobilgeschichte.

Dieser frühe Open Two-Seater wurde am 11. Oktober 1961 im Werk fertig gestellt. Was ihn so besonders macht, ist nicht nur, dass er ein frühes Flat Floor-Modell ist, oder seine ganz außergewöhnliche, originale Farbkombination von Cream over light blue leather, sondern vor allem auch seine Geschichte.

Bestellt hatte diesen Roadster Heinz Ostersetzer, Importeur für Luxus-Uhren in Wien, über den Wiener Jaguar Generalvertreter Georg Hans Koch in Wien XIX. Der E-Type wurde jedoch nicht nach Wien geliefert, sondern von Herrn Ostersetzer, dessen Familie die Kriegsjahre in London verbracht hatte, im Werk in Coventry mit der Zulassung 156 WK selbst abgeholt. Personal Export Delivery nannte man das bei Jaguar damals. Zwei Jahre später verkaufte Heinz Ostersetzer seinen Jaguar E-Type seinem Geschäftspartner, dem Linzer Juwelier Otto Jungbauer. Er selbst blieb jedoch der Marke treu und sollte später noch weitere E-Types besitzen. Schon 1969 kehrte der Jaguar zurück nach Wien zu seinem dritten Besitzer. Derer sollten noch einige folgen, ehe der in die Jahre gekommene Sportwagen letztlich 1985 endgültig abgemeldet wurde.

Vor einigen Jahren fand der Einbringer den E-Type, abgestellt in einer Scheune im Wienerwald. Der Jaguar war komplett, bedurfte aber einer kompletten Restauration. Einen Umfang, der andere vielleicht gescheut hätte, nahm er als Herausforderung an und das anvisierte Ziel war nicht mehr oder weniger als möglichst nahe an die Perfektion zu kommen. Es wurden weder Kosten, Zeit oder Mühen gespart und die besten Adressen und einschlägigsten Spezialisten beauftragt.

Rechtzeitig zum Jubiläum ist dieser E-Type nun fertig geworden und das Ergebnis kann sich nicht nur einfach sehen lassen, es ist schlichtweg beeindruckend. Als wäre der E-Type nicht selbst schon ein Kunstwerk für sich, setzt die Qualität der Arbeit und des Ergebnisses diesem Roadster noch die Krone auf. Damit nicht genug, macht seine österreichische Geschichte diesen fantastischen Sportwagen zum absoluten Einzelstück

Chassis: 875755,
Motor: R 2138-8,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 03.07.2021 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: Mittwoch, 30.06.2021 bis Samstag, 03.07.2021 9-14 Uhr


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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