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Lot Nr. 67 V


1963 Chevrolet Corvette Sting Ray


Ausgeliefert nach Österreich an Gernot Langes-Swarovski
Eine von nur 10.594 Split-Window Corvettes
Montiert im GM Werk in Antwerpen
Seit 1979 beim aktuellen Besitzer
Original 60.610 mls Laufleistung


Dass ein Serien-US-Coupé kein ernstzunehmender Sportwagen sein kann, hat hierzulande der bekannte Rennfahrer und Motorjournalist Paul Frére 1963 widerlegt, indem er schrieb:

„Der Corvette Sting Ray gehört zu jenen nicht sehr zahlreichen Spitzenfahrzeugen, die im Fahrer neben dem Gefühl der Begeisterung auch das beklemmende Herzklopfen auslösen, das wohl auch der Bändiger eines halbgezähmten wilden Tieres empfinden muss. Am Lenkrad des Sting Ray sind viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen erforderlich, und die fast erschreckend hohe Motorisierung verlangt besonders am Anfang vom Fahrer allerhand Beherrschung. Der Sting Ray ist ein kerngesunder Wagen und folgt in schnellen Kurven dem Fahrer ganz genau“.

Dem ließ er noch einige weitere Lobeshymnen in puncto Straßenlage und Motorcharakteristik folgen, die den Rahmen hier sprengen würden. Aber wie kam es zu diesem Ausnahmefahrzeug, dessen Vorgänger diese Attribute weitgehend fehlen? Nun beginnen wir mit der Technik: Die 1963er Corvette war das Ergebnis einer langjährigen Erprobung auf und neben der Rennstrecke, konzipiert von Bill Mitchell und Zora Arkus-Duntov aus einem Rennwagen – namentlich dem Sting Ray Racer. Die größte technische Innovation unter der Bodengruppe war die Einführung der hinteren Einzelradaufhängung, welche die alte Starrachse ersetzte. Diese zeichnete sich für die exzellenten Fahreigenschaften und das ausgezeichnete Handling verantwortlich. Ebenso zuträglich war der neue massive Rahmen, mit dem eine Senkung des Schwerpunkts um circa 5 cm einher ging. Dieser war nun in Leiterform und das Gestühl für Fahrer und Passagier konnte nun zwischen den Profilen in tieferen Wannen platziert werden. Der Rahmen war zwar erheblich schwerer aber auch 90% steifer. Die GFK-Karosseriehülle konnte damit dünner ausgeführt werden.

Die bewährten 5,4 Liter V8-Smallblocks mit Leistungen zwischen 250 bis 360 SAE-PS stellten immer ausreichend Leistung zur Verfügung, wobei die beiden Versionen mit 250 und 300 PS die unkapriziösen für das unbeschwerte Fahrvergnügen sind. Gekoppelt waren diese mit Drei- und Vierganggetrieben oder der Powerglide-Automatik. Auch wenn die 1963er Corvette noch über Trommeln gebremst werden musste, waren diese immerhin erheblich in Größe und somit auch den hohen Geschwindigkeiten gewachsen.

Jetzt zum Design:
Ein Sportwagen soll natürlich auch das Auge ansprechen und Emotionen wecken. Hier besticht das Sting Ray Coupe mit seinem aggressiven und radikalen Styling. Der modernen und aerodynamisch optimierten Karosserie des Coupés sah man sofort an, warum der Wagen Sting Ray hieß. Die schwungvollen Formen mit dem sich verjüngenden Dachaufbau und vor allem der über das Dach führende Mittelsteg erinnern an das Tier, das dem Wagen den Namen „Stachelrochen“ gab. Aber auch die dank Klappscheinwerfer über die ganze Breite flache und spitz zulaufende Front zitiert das faszinierende Meerestier. Dass die Mittelfinne über den Mittelsteg der geteilten Heckscheibe lief, macht heute den Reiz des 1963er Coupés aus. Damals wurde der Steg wegen Sichteinschränkung gerne kritisiert und so musste er schon 1964 einer großflächigen Scheibe weichen. Leider haben manche Sting Ray-Besitzer ihre 63er Coupés mit Umbau auf einteilige Scheibe „modernisiert“, was sie aus heutiger Sicht wahrscheinlich bereuen.

Auch innen wartete die Corvette mit ausgefallener aber eleganter Linienführung und Materialwahl auf. Das Armaturenbrett formte sich aus zwei großen Rundbögen, wovon der fahrerseitige eine umfangreiche klassische Komposition mit unterschiedlich großen Rundinstrumenten und zahlreichen Zugschaltern beherbergte. Auch das Cockpit ließ keine Zweifel aufkommen, dass man hier in einem richtigen Sportwagen saß.

Für amerikanische Verhältnisse wurden nur nahezu lächerliche 10.594 Split-Window-Coupés gebaut, in Europa waren sie seit jeher ziemlich rar und sind das immer noch. Heute ist das 1963er Split-Window Coupé eine der am meisten gesuchten Corvettes, schließlich ist sie ja auch die schönste von allen.

Diese Chevrolet Corvette Sting Ray ist aus vielerlei Hinsicht einmalig. Nicht nur, dass es sich bei ihr um ein Modell aus dem ersten Baujahr mit dem einmaligen Split-Window handelt, sie ist außerdem eine von ganz wenigen, die im Werk in Antwerpen gebaut wurden und eine von noch viel weniger, die als Neuwagen nach Österreich ausgeliefert wurden.

Ihr erster Besitzer, der die Corvette am 13. November 1963 erstmals zuließ, war Gernot Langes-Swarovski, damals ein junger Student aus Wattens, der später dann maßgeblich daran beteiligt sein sollte, dass aus dem einstigen Familienbetrieb ein Weltkonzern werden würde. Seine Corvette war Silver Blue und hatte den 5,7-Liter Basismotor, der in der Einzelgenehmigung mit untertriebenen 225 PS angegeben ist, und dazu das optionale Viergang-Schaltgetriebe.

Fünf Jahre blieb die Corvette im Hause Swarovski und wurde zwischenzeitlich auf eine Firma der Familie umgemeldet. Im Sommer 1968 ließ sie dann mit Albin Kopp ein Unternehmer aus der Wiener Innenstadt zu. Elf Jahre behielt der die Corvette und schon im Frühjahr 1979 konnte der heutige Besitzer sie erwerben, nachdem er davor schon mehrmals bei seinem Vorgänger abgeblitzt war.

Er hütete das rare Schmuckstück wie seinen Augapfel, entschied sich aber in den späten 1980er Jahren dazu, die Corvette, die zwischenzeitlich rot lackiert worden war, wieder zur traumhaften Originalfarbe zu verhelfen. Er ließ den Wagen komplett zerlegen und von einem Meister seines Fachs wieder im originalen Silver Blue lackieren. Die Qualität der Arbeit beeindruckt noch heute umso mehr, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Kunststoffkarosserie handelt.

Das Interieur war damals noch komplett original erhalten und kam genauso unberührt, wie es war, wieder ins Auto. Anschließend wurde die Corvette über viele Jahre nur noch sporadisch bewegt und ihr Wegstreckenzähler zeigt erst 60.610 Meilen an. Dem sorgsamen Umgang verdanken wir, dass heute ein atemberaubend schöner Sportwagen vor uns steht, der nicht nur mit seiner Seltenheit glänzt, sondern der dank seines außergewöhnlichen Lebenslaufs absolut einzigartig ist. Mit anderen Worten knapp zusammengefasst: Diese Corvette ist eine Sensation.

Chassis: CA-30837 S 118406,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung

03.07.2021 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 112.700,-
Schätzwert:
EUR 110.000,- bis EUR 140.000,-

1963 Chevrolet Corvette Sting Ray


Ausgeliefert nach Österreich an Gernot Langes-Swarovski
Eine von nur 10.594 Split-Window Corvettes
Montiert im GM Werk in Antwerpen
Seit 1979 beim aktuellen Besitzer
Original 60.610 mls Laufleistung


Dass ein Serien-US-Coupé kein ernstzunehmender Sportwagen sein kann, hat hierzulande der bekannte Rennfahrer und Motorjournalist Paul Frére 1963 widerlegt, indem er schrieb:

„Der Corvette Sting Ray gehört zu jenen nicht sehr zahlreichen Spitzenfahrzeugen, die im Fahrer neben dem Gefühl der Begeisterung auch das beklemmende Herzklopfen auslösen, das wohl auch der Bändiger eines halbgezähmten wilden Tieres empfinden muss. Am Lenkrad des Sting Ray sind viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen erforderlich, und die fast erschreckend hohe Motorisierung verlangt besonders am Anfang vom Fahrer allerhand Beherrschung. Der Sting Ray ist ein kerngesunder Wagen und folgt in schnellen Kurven dem Fahrer ganz genau“.

Dem ließ er noch einige weitere Lobeshymnen in puncto Straßenlage und Motorcharakteristik folgen, die den Rahmen hier sprengen würden. Aber wie kam es zu diesem Ausnahmefahrzeug, dessen Vorgänger diese Attribute weitgehend fehlen? Nun beginnen wir mit der Technik: Die 1963er Corvette war das Ergebnis einer langjährigen Erprobung auf und neben der Rennstrecke, konzipiert von Bill Mitchell und Zora Arkus-Duntov aus einem Rennwagen – namentlich dem Sting Ray Racer. Die größte technische Innovation unter der Bodengruppe war die Einführung der hinteren Einzelradaufhängung, welche die alte Starrachse ersetzte. Diese zeichnete sich für die exzellenten Fahreigenschaften und das ausgezeichnete Handling verantwortlich. Ebenso zuträglich war der neue massive Rahmen, mit dem eine Senkung des Schwerpunkts um circa 5 cm einher ging. Dieser war nun in Leiterform und das Gestühl für Fahrer und Passagier konnte nun zwischen den Profilen in tieferen Wannen platziert werden. Der Rahmen war zwar erheblich schwerer aber auch 90% steifer. Die GFK-Karosseriehülle konnte damit dünner ausgeführt werden.

Die bewährten 5,4 Liter V8-Smallblocks mit Leistungen zwischen 250 bis 360 SAE-PS stellten immer ausreichend Leistung zur Verfügung, wobei die beiden Versionen mit 250 und 300 PS die unkapriziösen für das unbeschwerte Fahrvergnügen sind. Gekoppelt waren diese mit Drei- und Vierganggetrieben oder der Powerglide-Automatik. Auch wenn die 1963er Corvette noch über Trommeln gebremst werden musste, waren diese immerhin erheblich in Größe und somit auch den hohen Geschwindigkeiten gewachsen.

Jetzt zum Design:
Ein Sportwagen soll natürlich auch das Auge ansprechen und Emotionen wecken. Hier besticht das Sting Ray Coupe mit seinem aggressiven und radikalen Styling. Der modernen und aerodynamisch optimierten Karosserie des Coupés sah man sofort an, warum der Wagen Sting Ray hieß. Die schwungvollen Formen mit dem sich verjüngenden Dachaufbau und vor allem der über das Dach führende Mittelsteg erinnern an das Tier, das dem Wagen den Namen „Stachelrochen“ gab. Aber auch die dank Klappscheinwerfer über die ganze Breite flache und spitz zulaufende Front zitiert das faszinierende Meerestier. Dass die Mittelfinne über den Mittelsteg der geteilten Heckscheibe lief, macht heute den Reiz des 1963er Coupés aus. Damals wurde der Steg wegen Sichteinschränkung gerne kritisiert und so musste er schon 1964 einer großflächigen Scheibe weichen. Leider haben manche Sting Ray-Besitzer ihre 63er Coupés mit Umbau auf einteilige Scheibe „modernisiert“, was sie aus heutiger Sicht wahrscheinlich bereuen.

Auch innen wartete die Corvette mit ausgefallener aber eleganter Linienführung und Materialwahl auf. Das Armaturenbrett formte sich aus zwei großen Rundbögen, wovon der fahrerseitige eine umfangreiche klassische Komposition mit unterschiedlich großen Rundinstrumenten und zahlreichen Zugschaltern beherbergte. Auch das Cockpit ließ keine Zweifel aufkommen, dass man hier in einem richtigen Sportwagen saß.

Für amerikanische Verhältnisse wurden nur nahezu lächerliche 10.594 Split-Window-Coupés gebaut, in Europa waren sie seit jeher ziemlich rar und sind das immer noch. Heute ist das 1963er Split-Window Coupé eine der am meisten gesuchten Corvettes, schließlich ist sie ja auch die schönste von allen.

Diese Chevrolet Corvette Sting Ray ist aus vielerlei Hinsicht einmalig. Nicht nur, dass es sich bei ihr um ein Modell aus dem ersten Baujahr mit dem einmaligen Split-Window handelt, sie ist außerdem eine von ganz wenigen, die im Werk in Antwerpen gebaut wurden und eine von noch viel weniger, die als Neuwagen nach Österreich ausgeliefert wurden.

Ihr erster Besitzer, der die Corvette am 13. November 1963 erstmals zuließ, war Gernot Langes-Swarovski, damals ein junger Student aus Wattens, der später dann maßgeblich daran beteiligt sein sollte, dass aus dem einstigen Familienbetrieb ein Weltkonzern werden würde. Seine Corvette war Silver Blue und hatte den 5,7-Liter Basismotor, der in der Einzelgenehmigung mit untertriebenen 225 PS angegeben ist, und dazu das optionale Viergang-Schaltgetriebe.

Fünf Jahre blieb die Corvette im Hause Swarovski und wurde zwischenzeitlich auf eine Firma der Familie umgemeldet. Im Sommer 1968 ließ sie dann mit Albin Kopp ein Unternehmer aus der Wiener Innenstadt zu. Elf Jahre behielt der die Corvette und schon im Frühjahr 1979 konnte der heutige Besitzer sie erwerben, nachdem er davor schon mehrmals bei seinem Vorgänger abgeblitzt war.

Er hütete das rare Schmuckstück wie seinen Augapfel, entschied sich aber in den späten 1980er Jahren dazu, die Corvette, die zwischenzeitlich rot lackiert worden war, wieder zur traumhaften Originalfarbe zu verhelfen. Er ließ den Wagen komplett zerlegen und von einem Meister seines Fachs wieder im originalen Silver Blue lackieren. Die Qualität der Arbeit beeindruckt noch heute umso mehr, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Kunststoffkarosserie handelt.

Das Interieur war damals noch komplett original erhalten und kam genauso unberührt, wie es war, wieder ins Auto. Anschließend wurde die Corvette über viele Jahre nur noch sporadisch bewegt und ihr Wegstreckenzähler zeigt erst 60.610 Meilen an. Dem sorgsamen Umgang verdanken wir, dass heute ein atemberaubend schöner Sportwagen vor uns steht, der nicht nur mit seiner Seltenheit glänzt, sondern der dank seines außergewöhnlichen Lebenslaufs absolut einzigartig ist. Mit anderen Worten knapp zusammengefasst: Diese Corvette ist eine Sensation.

Chassis: CA-30837 S 118406,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 03.07.2021 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: Mittwoch, 30.06.2021 bis Samstag, 03.07.2021 9-14 Uhr


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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