Lotto No. 46 V


1964 Mercedes-Benz 230 SL


Chassis: 113.042-10-001564
Motor: 127.981-10-001524
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung

Fahrerauto mit charmanter Patina
Ansprechende Farbkombination


Ende der 1950er Jahre begann man sich in Stuttgart mit einem Problem zu befassen, für das es eigentlich keine Lösung gab. Es galt den Superlativ, das Überauto, den Mercedes aller Mercedes abzulösen, den 300 SL. Und als wäre das nicht Aufgabe genug, sollte auch für dessen kleinen Bruder, den 190 SL, ein Nachfolger her, und das in einer Gestalt. Friedrich Geiger, seines Zeichens Leiter der Versuchsabteilung und selbst Autodidakt der Formensprache, holte sich zwei junge Zeichenkünstler, den Franzosen Paul Bracq und den Italiener Bruno Sacco, in seine Mannschaft und überantwortete den Jungspunden das Himmelfahrtskommando.
Die technische Basis lieferte die neue Heckflossen-Generation, deren Unterbau einfach um 30 cm gestutzt und deren Motor auf 2,3 Liter aufgebohrt und mittels Einspritzung auf 150 PS frisiert wurde. Ein gestrafftes, gleichsam sportliches wie komfortables Fahrwerk und fast fertig war der Alleskönner. Insassenschutz hieß die Fleißaufgabe, mit Bela Barenyi hatte man schließlich den Knautschzonen-Fetischisten an Bord.
Paul Bracq war federführend und nach mehreren Anläufen stand im März 1963 der 230 SL in seiner fertigen Hülle am Automobilsalon in Genf. Die war von klarer Linie, unaufgeregt und dennoch zeitlos elegant. Oder gerade deshalb. Das feste Coupédach vermochte hingegen etwas zu irritieren. Ging doch dessen Wölbung entgegen der bekannten Richtung. Manch Schreiberling wollte darin eine Reminiszenz an fernöstliche Tempelarchitektur erkennen, tatsächlich war es der Steifigkeit geschuldet. Seinen Rufnamen trägt der SL dennoch bis heute: Pagode.
Noch am Messestand war jegliche Nostalgie verflogen, schienen die Vorgänger vergessen, solch ein Hype entstand um den 230 SL. Andere waren vielleicht stärker, schneller, teurer, doch traf der neue SL den Zeitgeist punktgenau. Jeglicher Zweifel ob der Unlösbarkeit der Aufgabe war verflogen, der Erfolg vom ersten Moment an gewiss, trotz des standesgemäßen Preises von DM 22.000. Bruno Sacco nannte die Pagode rückblickend einmal einen Schritt in die falsche Richtung. Zu nahe am 190 anstelle des 300 SL sei er gewesen. Diesen Fehltritt hätten viele wohl gerne gemacht.

Vor 25 Jahren schenkte sich der Vorbesitzer des Einbringers zum 60. Geburtstag diesen Mercedes-Benz 230 SL. Passend zum originalen Farbton „hellelfenbein“ (DB 670) hatte der SL ein schwarzes Hardtop. Dem 230er Motor hatte davor schon jemand einmal einen 250er Kopf verpasst, was der Leistung und dem Durchzug zugutekommt. Das Cabriolet war damals noch gut in Schuss, lediglich das Interieur ließ der Einbringer in rotem, originalem Leder erneuern. Nach etwas Kosmetik 2010 standen erste größere mechanische Arbeiten erst im Winter 2013/14 an. Handschriftlich ist festgehalten, was damals alles gemacht wurde. Dazu zählten ein großes Service am Motor mitsamt Einspritzanlage und Zündung, ein Bremsenservice, eine Überholung der Vorderachse und des Getriebes und kleinere Arbeiten an der Elektrik. Zwischenzeitlich wurde auch das Verdeck erneuert. Da 2021 der 85. Geburtstag anstand und seit einiger Zeit die Ausfahrten immer weniger wurden,
Durfte der SL weiterziehen und ging an den Einbringer über. Dieser hat dann doch den einen oder anderen Mangel feststellen müssen und in den letzten beiden Jahren eine beachtliche Summe in die Technik investiert. Heute präsentiert sich uns eine Pagode mit charmanter Patina, die zwar vielleicht nicht glänzt als käme sie gerade frisch von der Restauration, dafür sofort zum Losstarten einlädt und nicht gleich bei jedem Steinschlag ein Zusammenzucken auslöst. Wer eine Pagode zum Fahren sucht, ist bei dieser hier absolut richtig. Das Schaltgetriebe in Verbindung mit dem drehfreudigen Motor garantieren rechtzeitig zum Sommerbeginn reichlich Fahrspaß und die kürzlich absolvierte §57a-Überprüfung sorgt gleichzeitig für das entsprechende Vertrauen.

01.07.2023 - 15:00

Prezzo realizzato: **
EUR 59.800,-
Stima:
EUR 58.000,- a EUR 72.000,-

1964 Mercedes-Benz 230 SL


Chassis: 113.042-10-001564
Motor: 127.981-10-001524
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung

Fahrerauto mit charmanter Patina
Ansprechende Farbkombination


Ende der 1950er Jahre begann man sich in Stuttgart mit einem Problem zu befassen, für das es eigentlich keine Lösung gab. Es galt den Superlativ, das Überauto, den Mercedes aller Mercedes abzulösen, den 300 SL. Und als wäre das nicht Aufgabe genug, sollte auch für dessen kleinen Bruder, den 190 SL, ein Nachfolger her, und das in einer Gestalt. Friedrich Geiger, seines Zeichens Leiter der Versuchsabteilung und selbst Autodidakt der Formensprache, holte sich zwei junge Zeichenkünstler, den Franzosen Paul Bracq und den Italiener Bruno Sacco, in seine Mannschaft und überantwortete den Jungspunden das Himmelfahrtskommando.
Die technische Basis lieferte die neue Heckflossen-Generation, deren Unterbau einfach um 30 cm gestutzt und deren Motor auf 2,3 Liter aufgebohrt und mittels Einspritzung auf 150 PS frisiert wurde. Ein gestrafftes, gleichsam sportliches wie komfortables Fahrwerk und fast fertig war der Alleskönner. Insassenschutz hieß die Fleißaufgabe, mit Bela Barenyi hatte man schließlich den Knautschzonen-Fetischisten an Bord.
Paul Bracq war federführend und nach mehreren Anläufen stand im März 1963 der 230 SL in seiner fertigen Hülle am Automobilsalon in Genf. Die war von klarer Linie, unaufgeregt und dennoch zeitlos elegant. Oder gerade deshalb. Das feste Coupédach vermochte hingegen etwas zu irritieren. Ging doch dessen Wölbung entgegen der bekannten Richtung. Manch Schreiberling wollte darin eine Reminiszenz an fernöstliche Tempelarchitektur erkennen, tatsächlich war es der Steifigkeit geschuldet. Seinen Rufnamen trägt der SL dennoch bis heute: Pagode.
Noch am Messestand war jegliche Nostalgie verflogen, schienen die Vorgänger vergessen, solch ein Hype entstand um den 230 SL. Andere waren vielleicht stärker, schneller, teurer, doch traf der neue SL den Zeitgeist punktgenau. Jeglicher Zweifel ob der Unlösbarkeit der Aufgabe war verflogen, der Erfolg vom ersten Moment an gewiss, trotz des standesgemäßen Preises von DM 22.000. Bruno Sacco nannte die Pagode rückblickend einmal einen Schritt in die falsche Richtung. Zu nahe am 190 anstelle des 300 SL sei er gewesen. Diesen Fehltritt hätten viele wohl gerne gemacht.

Vor 25 Jahren schenkte sich der Vorbesitzer des Einbringers zum 60. Geburtstag diesen Mercedes-Benz 230 SL. Passend zum originalen Farbton „hellelfenbein“ (DB 670) hatte der SL ein schwarzes Hardtop. Dem 230er Motor hatte davor schon jemand einmal einen 250er Kopf verpasst, was der Leistung und dem Durchzug zugutekommt. Das Cabriolet war damals noch gut in Schuss, lediglich das Interieur ließ der Einbringer in rotem, originalem Leder erneuern. Nach etwas Kosmetik 2010 standen erste größere mechanische Arbeiten erst im Winter 2013/14 an. Handschriftlich ist festgehalten, was damals alles gemacht wurde. Dazu zählten ein großes Service am Motor mitsamt Einspritzanlage und Zündung, ein Bremsenservice, eine Überholung der Vorderachse und des Getriebes und kleinere Arbeiten an der Elektrik. Zwischenzeitlich wurde auch das Verdeck erneuert. Da 2021 der 85. Geburtstag anstand und seit einiger Zeit die Ausfahrten immer weniger wurden,
Durfte der SL weiterziehen und ging an den Einbringer über. Dieser hat dann doch den einen oder anderen Mangel feststellen müssen und in den letzten beiden Jahren eine beachtliche Summe in die Technik investiert. Heute präsentiert sich uns eine Pagode mit charmanter Patina, die zwar vielleicht nicht glänzt als käme sie gerade frisch von der Restauration, dafür sofort zum Losstarten einlädt und nicht gleich bei jedem Steinschlag ein Zusammenzucken auslöst. Wer eine Pagode zum Fahren sucht, ist bei dieser hier absolut richtig. Das Schaltgetriebe in Verbindung mit dem drehfreudigen Motor garantieren rechtzeitig zum Sommerbeginn reichlich Fahrspaß und die kürzlich absolvierte §57a-Überprüfung sorgt gleichzeitig für das entsprechende Vertrauen.


Hotline dell'acquirente lun-ven: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Asta: Veicoli classici
Tipo d'asta: Asta in sala con Live Bidding
Data: 01.07.2023 - 15:00
Luogo dell'asta: Vösendorf
Esposizione: 29.06. - 01.07.2023


** Prezzo d’acquisto comprensivo dei diritti d’asta acquirente e IVA

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