Lot Nr. 105 V


1948 Alfa Romeo 6C 2500 Sport Berlinetta Touring


Lückenlos dokumentiert seit dem ersten Tag
Seit 1989 beim Einbringer

1925 präsentierte Alfa Romeo mit dem 6C ein vollständig neues Auto, das sich mit den ganz Großen duellierte. Speziell der famose Reihensechszylinder-Motor machte von sich reden und war nicht umsonst namensbildend. 1927 ging der Ur-6C als 1500 in Produktion. Im Laufe der Jahre wuchs der Hubraum auf 1.750 ccm und ging über 1.900 ccm auf 2.300 ccm im Jahre 1933. Ab 1939 erreichte der 6C in der letzten Evolutionsstufe schließlich 2.500 ccm. Auf der 29. IAA im März 1939 in Berlin wurde neben dem 6C 2500 Tourismo mit 3.250 mm Radstand auch der leistungsstärkere 6C 2500 Sport vorgestellt mit einem kürzeren Radstand von 3.000 mm. Nach dem Krieg wurde die Produktion in anfänglich geringsten Stückzahlen wieder aufgenommen. Wie bereits vor dem Krieg waren die 6C sehr teure Fahrzeuge, die dementsprechend auch von den unterschiedlichsten Karosserie-Künstlern individuell eingekleidet werden konnten.

Die Fahrgestellnummer 915 302 offenbart das Chassis als Baujahr 1947, das anschließend bei Touring eingekleidet wurde. Touring entwarf diese hinreißende Berlinetta in aufwendiger Superleggera-Bauweise mit leichter Alukarosserie, damals ein Höhepunkt der Karosseriebaukunst. Der Vorbesitzer hatte im März 1979 ein Archiv-Duplikat der Schweizer Stammkarte angefordert, worin die vorrausgegangenen Halter eingetragen sind. Demnach wurde dieser Alfa am 26. August 1948 erstmals in Genf zugelassen. Aus einem Brief geht hervor, dass der Zweitbesitzer am 24. Juni 1954 den Wagen über die Fa. Graber in Wichtrach mit frisch revidiertem Motor erworben hatte und letztlich am 31. Juli 1958 bei seinem örtlichen Ford-Händler für einen Ford Chambord in Zahlung gegeben hat. In dem Brief lobte er 30 Jahre später den Alfa als zuverlässigen Sommer-Zweitwagen. Am 12. Jänner 1961 wechselte das Coupé laut Stammkarte den Besitzer und wurde bei Bern zugelassen. Der Vorbesitzer erwarb den Wagen in den 1970ern für 8.500 Schweizer Franken. Auf einem alten Foto ist das Touring Coupé in ziemlich ramponiertem Zustand zu sehen. Er ließ den Alfa von 1976 bis 1979 restaurieren. Eine Rechnung weist zu diesem Zeitpunkt einen Tachostand von 48.969 km aus. Die renommierte Fa. Carrosserie Langenthal AG in Langenthal restaurierte gemäß Rechnung Karosserie und Polsterung. Parallel wurde bei der Garage Jean Furrer in Villmergen die Technik einschließlich des Motors überholt. Vier Teilrechnungen beschreiben die ausgeführten Arbeiten.

Im Februar 1989 kaufte der Einbringer den 6C dann direkt beim Vorbesitzer in der Schweiz. Am 14. April 1989 wurde der Wagen ordnungsgemäß verzollt und bereits am 9. Juni 1989 auf den Einbringer zugelassen. 1990 nahm der Alfa anlässlich der Feier “80 Jahre Alfa Romeo“ an der Europafahrt teil (Brüssel-Oxfort-Dublin-London-Paris-San Sebastian-Madrid-Lissabon). 1991 war man bei den 2.000 km durch Deutschland mit dabei und bestritt 1993 die Fünfländerfahrt Frankeich-Schweiz-Italien-Österreich-Deutschland. 1994 ergab sich für den Einbringer eine besondere Begegnung. Bei einem Alfa Romeo 2500-Treffen in Berceto, südlich von Parma, traf er Carlo Felice Bianchi Anderloni, den Sohn des Karosseriebauers, der nach dem Tod seines Vaters 1948 die Firmenleitung bei Touring übernommen hatte. Ein Foto vor dem 6C hält den Augenblick fest. Diverse Teilnahmen an Alfa 6C Treffen führten nach Italien. 2004 fuhr man bei der “Schwarzhäupter-Rallye“ über Polen nach Estland und Finnland. Seit 20 Jahren trägt der Alfa dasselbe Kennzeichen und hat seine Besatzung immer auf Achse nach Hause gefahren. Mit verantwortlich dafür ist neben sachkundiger Wartung auch eine milde technische “Modernisierung“ beispielsweise in Form einer leistungsfähigeren Lichtmaschine und einem nachgerüsteten Elektrolüfter.

So imponierend die Reiseliste des 6C ist, so rührend ist auch die Tatsache, dass der Vorbesitzer Weihnachten 2017 einen Brief schrieb und sich beim Einbringer nach “seinem“ 6C erkundigt hat. Solch intensive Verbindungen ergeben sich ausschließlich zu ganz besonderen Gegenständen. Ein Alfa Romeo 6C war bereits vor 90 Jahren ein besonderes Automobil und hat ganz wesentlich zum Ruhm der Marke beigetragen. Die Touring-Berlinetta verbindet eine elegante Karosserie mit einem Sportwagenmotor zu einem der prestigeträchtigsten Superautos der Nachkriegszeit.

Chassis: 915 302,
Motor: 926 784,
Aufbau: 3088,
Papiere: Deutsche historische Zulassung

15.06.2019 - 15:00

Schätzwert:
EUR 260.000,- bis EUR 340.000,-

1948 Alfa Romeo 6C 2500 Sport Berlinetta Touring


Lückenlos dokumentiert seit dem ersten Tag
Seit 1989 beim Einbringer

1925 präsentierte Alfa Romeo mit dem 6C ein vollständig neues Auto, das sich mit den ganz Großen duellierte. Speziell der famose Reihensechszylinder-Motor machte von sich reden und war nicht umsonst namensbildend. 1927 ging der Ur-6C als 1500 in Produktion. Im Laufe der Jahre wuchs der Hubraum auf 1.750 ccm und ging über 1.900 ccm auf 2.300 ccm im Jahre 1933. Ab 1939 erreichte der 6C in der letzten Evolutionsstufe schließlich 2.500 ccm. Auf der 29. IAA im März 1939 in Berlin wurde neben dem 6C 2500 Tourismo mit 3.250 mm Radstand auch der leistungsstärkere 6C 2500 Sport vorgestellt mit einem kürzeren Radstand von 3.000 mm. Nach dem Krieg wurde die Produktion in anfänglich geringsten Stückzahlen wieder aufgenommen. Wie bereits vor dem Krieg waren die 6C sehr teure Fahrzeuge, die dementsprechend auch von den unterschiedlichsten Karosserie-Künstlern individuell eingekleidet werden konnten.

Die Fahrgestellnummer 915 302 offenbart das Chassis als Baujahr 1947, das anschließend bei Touring eingekleidet wurde. Touring entwarf diese hinreißende Berlinetta in aufwendiger Superleggera-Bauweise mit leichter Alukarosserie, damals ein Höhepunkt der Karosseriebaukunst. Der Vorbesitzer hatte im März 1979 ein Archiv-Duplikat der Schweizer Stammkarte angefordert, worin die vorrausgegangenen Halter eingetragen sind. Demnach wurde dieser Alfa am 26. August 1948 erstmals in Genf zugelassen. Aus einem Brief geht hervor, dass der Zweitbesitzer am 24. Juni 1954 den Wagen über die Fa. Graber in Wichtrach mit frisch revidiertem Motor erworben hatte und letztlich am 31. Juli 1958 bei seinem örtlichen Ford-Händler für einen Ford Chambord in Zahlung gegeben hat. In dem Brief lobte er 30 Jahre später den Alfa als zuverlässigen Sommer-Zweitwagen. Am 12. Jänner 1961 wechselte das Coupé laut Stammkarte den Besitzer und wurde bei Bern zugelassen. Der Vorbesitzer erwarb den Wagen in den 1970ern für 8.500 Schweizer Franken. Auf einem alten Foto ist das Touring Coupé in ziemlich ramponiertem Zustand zu sehen. Er ließ den Alfa von 1976 bis 1979 restaurieren. Eine Rechnung weist zu diesem Zeitpunkt einen Tachostand von 48.969 km aus. Die renommierte Fa. Carrosserie Langenthal AG in Langenthal restaurierte gemäß Rechnung Karosserie und Polsterung. Parallel wurde bei der Garage Jean Furrer in Villmergen die Technik einschließlich des Motors überholt. Vier Teilrechnungen beschreiben die ausgeführten Arbeiten.

Im Februar 1989 kaufte der Einbringer den 6C dann direkt beim Vorbesitzer in der Schweiz. Am 14. April 1989 wurde der Wagen ordnungsgemäß verzollt und bereits am 9. Juni 1989 auf den Einbringer zugelassen. 1990 nahm der Alfa anlässlich der Feier “80 Jahre Alfa Romeo“ an der Europafahrt teil (Brüssel-Oxfort-Dublin-London-Paris-San Sebastian-Madrid-Lissabon). 1991 war man bei den 2.000 km durch Deutschland mit dabei und bestritt 1993 die Fünfländerfahrt Frankeich-Schweiz-Italien-Österreich-Deutschland. 1994 ergab sich für den Einbringer eine besondere Begegnung. Bei einem Alfa Romeo 2500-Treffen in Berceto, südlich von Parma, traf er Carlo Felice Bianchi Anderloni, den Sohn des Karosseriebauers, der nach dem Tod seines Vaters 1948 die Firmenleitung bei Touring übernommen hatte. Ein Foto vor dem 6C hält den Augenblick fest. Diverse Teilnahmen an Alfa 6C Treffen führten nach Italien. 2004 fuhr man bei der “Schwarzhäupter-Rallye“ über Polen nach Estland und Finnland. Seit 20 Jahren trägt der Alfa dasselbe Kennzeichen und hat seine Besatzung immer auf Achse nach Hause gefahren. Mit verantwortlich dafür ist neben sachkundiger Wartung auch eine milde technische “Modernisierung“ beispielsweise in Form einer leistungsfähigeren Lichtmaschine und einem nachgerüsteten Elektrolüfter.

So imponierend die Reiseliste des 6C ist, so rührend ist auch die Tatsache, dass der Vorbesitzer Weihnachten 2017 einen Brief schrieb und sich beim Einbringer nach “seinem“ 6C erkundigt hat. Solch intensive Verbindungen ergeben sich ausschließlich zu ganz besonderen Gegenständen. Ein Alfa Romeo 6C war bereits vor 90 Jahren ein besonderes Automobil und hat ganz wesentlich zum Ruhm der Marke beigetragen. Die Touring-Berlinetta verbindet eine elegante Karosserie mit einem Sportwagenmotor zu einem der prestigeträchtigsten Superautos der Nachkriegszeit.

Chassis: 915 302,
Motor: 926 784,
Aufbau: 3088,
Papiere: Deutsche historische Zulassung


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 15.06.2019 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: 13.06. - 15.06.2019