Lot Nr. 33 V


1947 Vespa 98


Mit Ende des Zweiten Weltkriegs stand Enrico Piaggio, der Sohn des Firmengründers, vor einem nicht ganz unwesentlichen Problem. Die Siegermächte hatten es Piaggio verboten weiterhin Flugzeuge und Hubschrauber zu bauen. Eine neue Geschäftsidee musste her und Piaggio erkannte, dass es an einem günstigen Fortbewegungsmittel für die Massen fehlte.

Er beauftragte seinen Hubschrauberkonstrukteur Corradino D‘Ascanio mit der Entwicklung eines solchen. D‘Ascanio wollte kein weiteres Motorrad bauen und die Summe aller Punkte im Lastenheft ergab schließlich den Motorroller. Ein kleines, leichtes, technisch nicht anspruchsvolles, leicht zu bedienendes Gefährt, das Frauen wie Männer nutzen konnten und da sogar etwas Schutz vor dem Schmutz von der Straße bot.

Noch 1945 entstand ein ersten Prototyp, genannt Paperino, der aus herumliegenden Flugzeugteilen, Scheibtruhenrädern und Metallresten zusammengebaut wurde. Im April 1946 meldete man das Patent an und noch im selben Jahr begann die Produktion.

Die schmale Taille und das auslandende Hinterteil mit den Seitenbacken, das an die Silhouette einer Wespe erinnerte, verlieh dem neuen Roller seinen Namen: Vespa.

Die Vespa 98 wurde in den ersten beiden Jahren, 1946 und 1947, 17.079 mal gebaut. Ihr 98 ccm Motor leistete 3 PS, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h reichte. Auf 100 Kilometer brauchte die Vespa nur 2 Liter Benzin. Einen Ständer suchte man vergeblich, weshalb die ersten Vespas nicht abgestellt, sondern zur Seite abgelegt wurden. Stets weiterentwickelt, unterscheidet man die Vespa heute in vier Serien. 1947 bekam etwa das Beinschild den markanten Knick, davor war es noch im Bogen gekrümmt. Außerdem war nun ein Tachometer optional verfügbar. Der Kotflügel wurde schlanker und ein Schutzbügel sollte verhindern, dass der Beifahrer mit dem Fuß ins Schaltgestänge kommt. Dazu kamen noch viele kleinere Modifikationen

In Sammlerkreisen ist die Vespa 98 heute der heilige Gral. Sie ist nicht nur die Blaupause aller Vespas, sondern aller Roller überhaupt. Ihr reduziertes, schlichtes Design gilt heute als Kunstwerk, ihre Grundidee ist ohnehin ein Stück Technikgeschichte. Trotz der für die Anfangszeit beachtlichen Stückzahl haben nicht allzu viele Exemplare überlebt. Entsprechend heiß begehrt ist sie heute bei Liebhabern und entsprechend hoch sind die Preise, die bezahlt werden. Es gibt schließlich immer nur eine Allererste.

Diese Vespa 98 kam den weiten Weg aus Kanada nach Wien. Dorthin war sie mit ihrem italienischen Besitzer ausgewandert, der sie auch vor vielen Jahren restauriert hat. Heute trägt sie wieder charmante Patina und fasziniert einfach nur damit, dass sie ist, was sie ist.

Chassis: 10493, Motor: 9507, ohne Papiere (without papers)

24.05.2019 - 15:00

Erzielter Preis: **
EUR 42.000,-
Schätzwert:
EUR 45.000,- bis EUR 65.000,-

1947 Vespa 98


Mit Ende des Zweiten Weltkriegs stand Enrico Piaggio, der Sohn des Firmengründers, vor einem nicht ganz unwesentlichen Problem. Die Siegermächte hatten es Piaggio verboten weiterhin Flugzeuge und Hubschrauber zu bauen. Eine neue Geschäftsidee musste her und Piaggio erkannte, dass es an einem günstigen Fortbewegungsmittel für die Massen fehlte.

Er beauftragte seinen Hubschrauberkonstrukteur Corradino D‘Ascanio mit der Entwicklung eines solchen. D‘Ascanio wollte kein weiteres Motorrad bauen und die Summe aller Punkte im Lastenheft ergab schließlich den Motorroller. Ein kleines, leichtes, technisch nicht anspruchsvolles, leicht zu bedienendes Gefährt, das Frauen wie Männer nutzen konnten und da sogar etwas Schutz vor dem Schmutz von der Straße bot.

Noch 1945 entstand ein ersten Prototyp, genannt Paperino, der aus herumliegenden Flugzeugteilen, Scheibtruhenrädern und Metallresten zusammengebaut wurde. Im April 1946 meldete man das Patent an und noch im selben Jahr begann die Produktion.

Die schmale Taille und das auslandende Hinterteil mit den Seitenbacken, das an die Silhouette einer Wespe erinnerte, verlieh dem neuen Roller seinen Namen: Vespa.

Die Vespa 98 wurde in den ersten beiden Jahren, 1946 und 1947, 17.079 mal gebaut. Ihr 98 ccm Motor leistete 3 PS, was für eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h reichte. Auf 100 Kilometer brauchte die Vespa nur 2 Liter Benzin. Einen Ständer suchte man vergeblich, weshalb die ersten Vespas nicht abgestellt, sondern zur Seite abgelegt wurden. Stets weiterentwickelt, unterscheidet man die Vespa heute in vier Serien. 1947 bekam etwa das Beinschild den markanten Knick, davor war es noch im Bogen gekrümmt. Außerdem war nun ein Tachometer optional verfügbar. Der Kotflügel wurde schlanker und ein Schutzbügel sollte verhindern, dass der Beifahrer mit dem Fuß ins Schaltgestänge kommt. Dazu kamen noch viele kleinere Modifikationen

In Sammlerkreisen ist die Vespa 98 heute der heilige Gral. Sie ist nicht nur die Blaupause aller Vespas, sondern aller Roller überhaupt. Ihr reduziertes, schlichtes Design gilt heute als Kunstwerk, ihre Grundidee ist ohnehin ein Stück Technikgeschichte. Trotz der für die Anfangszeit beachtlichen Stückzahl haben nicht allzu viele Exemplare überlebt. Entsprechend heiß begehrt ist sie heute bei Liebhabern und entsprechend hoch sind die Preise, die bezahlt werden. Es gibt schließlich immer nur eine Allererste.

Diese Vespa 98 kam den weiten Weg aus Kanada nach Wien. Dorthin war sie mit ihrem italienischen Besitzer ausgewandert, der sie auch vor vielen Jahren restauriert hat. Heute trägt sie wieder charmante Patina und fasziniert einfach nur damit, dass sie ist, was sie ist.

Chassis: 10493, Motor: 9507, ohne Papiere (without papers)


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Solo Vespa. Quasi.
Datum: 24.05.2019 - 15:00
Auktionsort: Vösendorf
Besichtigung: 22.05. - 24.05.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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