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Lot Nr. 27 V


1938 Lancia Aprilia Berlina Lusso (ohne Limit/ no reserve)


Eines der fortschrittlichsten Automobile seiner Zeit
Der letzte Entwurf von Vincenzo Lancia
Startberechtigt bei der Mille Miglia
Nur vier Besitzer seit 1954


Schon 1934, als die Augusta gerade erst einmal ein Jahr alt war, begann Vincenzo Lancia mit der Entwicklung eines neuen Mittelklassewagens. Stromlinie war damals der letzte Schrei und die neue Mode machte auch vor Lancia nicht halt. Nicht ganz unbeteiligt am Design der Aprilia war ein junger Battista Farina, die Form aber gab der Windkanal des Politecnico di Torino vor. Und die war rund, fast ohne Ecken und Kanten, lediglich der große Kühler stand steil im Wind. Die Aerodynamik ging keineswegs zu Lasten der Passagiere, im Gegenteil, der Innenraum war geräumiger als in der Augusta. Unter das Blech packte Vincenzo Lancia alles, was damals all’avanguardia war. Vorne arbeitete wieder ein V4-Motor, der aus 1.352 ccm 47 PS schöpfte, die selbsttragende Karosserie kam wieder ohne B-Säulen aus, die Bremsen an der Hinterachse lagen innen, an der Vorderachse waren die Räder einzeln aufgehängt. Was nach Rennsport klang, baute Lancia in seine kleine Aprilia. In dieser Klasse war man damit über jegliche Konkurrenz erhaben.

Die Reaktion des Publikums war anfangs verhalten, man traute so viel Science Fiction nicht so recht. Erst als sich die Aprilia als problemlos erwies und bei diversen Rennstrecken zu reüssieren begann. Neben der Limousine konnte auch die Aprilia als Fahrgestell geliefert werden. Daran wussten sich alle namhaften Karosseure ihrer Zeit mit mehr oder weniger gelungenen Entwürfen zu verwirklichen. Die Produktion begann im französischen Werk, wo sie als Ardennes gebaut wurde, eher als in der italienischen Heimat. Mit Citroëns Traction Avant und Fiats 1500 hatte die Aprilia da wie dort Mitbewerber mit überlegener monetärer Potenz im Hintergrund. Vincenzo Lancia erlag am 15. Februar 1937 einem Herzinfarkt und erlebte den Produktionsbeginn seiner Aprilia in Italien nicht mehr mit. Sein Sohn Gianni führte an seiner Stelle die Geschäfte fort. 1939 folgte eine zweite Serie der Aprilia mit größerem Hubraum und optischen Retuschen. Bis 1949 blieb die Aprilia im Programm und nicht einmal der Weltkrieg konnte ihre Produktion stoppen. Nach gut 27.000 gebauten Stück endete schließlich ihre Produktion.

Diese Aprilia rollte am 22. März 1938 aus dem Lancia-Werk. Als Berlina Lusso der 1. Serie kam sie in den Genuss eines etwas hochwertigeren Interieurs und von seitlichen Trittbrettern. Ihre Heimat fand sie auf Sizilien, wo sie auch nach dem Krieg wieder auf das Kennzeichen T.P. 2427 in der Provinz Trapani zugelassen wurde. Es ist überliefert, dass sie sowohl in den Vorkriegs- als auch in den Nachkriegsjahren eine durchaus sportliche Vergangenheit mit diversen Renneinsätzen gehabt haben soll, was jedoch dazu führte, dass sie 1948 einer „Herztransplantation“ bedurfte. Mit 27. Oktober ist dieser Motortausch ganz offiziell in den alten Papieren eingetragen. Im alten Libretto finden sich nur zwei Einträge mit demselben Familiennamen. Erst Ende der 1999 verließ die Aprilia Sizilien Richtung Livorno in die Sammlung eines großen Lancia Connaisseurs. Der nahm sich umgehend um seine Aprilia Siciliana an und investierte viele Nullen an Lira um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Der in den 1980ern eingebaute 1.500-Kubik-Motor der 2. Serie wurde wieder mit einem korrekten Aggregat der 1. Serie ersetzt. Tatsächlich gelang es sogar den originalen Block von 1948 aufzutreiben, der noch heute beim Auto ist. Über jede Investition und jede Ausfahrt wurde akribisch Buch geführt. Abgeschlossen wurde das Werk letztlich 2009 nachdem sogar noch der Originalstoff für das Interieur aufgetrieben werden konnte.

Im Frühjahr 2010 konnte der Einbringer die Aprilia von diesem Sammler erwerben. Zehn Jahre lang war sie ihm ein treuer Begleiter, auch auf weiten Urlaubsreisen. Nachdem der Beginn der Restauration nun bereits über zwei Jahrzehnte zurückliegt, erzählen charmante Gebrauchsspuren von vielen Kilometern und schönen Erinnerungen. Vincenzo Lancia hatte mit der Aprilia ein letztes Meisterwerk von einem Automobil geschaffen, das damals seiner Zeit weit voraus war. Diese Aprilia vermittelt genau diesen Eindruck auch heute noch.

Chassis: 38-5836,
Motor: 13213,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung, Italienische Carta Di Circulazione von 1954 (entwertet) und Carte d'Identite FIVA (# 044843)

17.10.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 34.500,-
Schätzwert:
EUR 35.000,- bis EUR 45.000,-

1938 Lancia Aprilia Berlina Lusso (ohne Limit/ no reserve)


Eines der fortschrittlichsten Automobile seiner Zeit
Der letzte Entwurf von Vincenzo Lancia
Startberechtigt bei der Mille Miglia
Nur vier Besitzer seit 1954


Schon 1934, als die Augusta gerade erst einmal ein Jahr alt war, begann Vincenzo Lancia mit der Entwicklung eines neuen Mittelklassewagens. Stromlinie war damals der letzte Schrei und die neue Mode machte auch vor Lancia nicht halt. Nicht ganz unbeteiligt am Design der Aprilia war ein junger Battista Farina, die Form aber gab der Windkanal des Politecnico di Torino vor. Und die war rund, fast ohne Ecken und Kanten, lediglich der große Kühler stand steil im Wind. Die Aerodynamik ging keineswegs zu Lasten der Passagiere, im Gegenteil, der Innenraum war geräumiger als in der Augusta. Unter das Blech packte Vincenzo Lancia alles, was damals all’avanguardia war. Vorne arbeitete wieder ein V4-Motor, der aus 1.352 ccm 47 PS schöpfte, die selbsttragende Karosserie kam wieder ohne B-Säulen aus, die Bremsen an der Hinterachse lagen innen, an der Vorderachse waren die Räder einzeln aufgehängt. Was nach Rennsport klang, baute Lancia in seine kleine Aprilia. In dieser Klasse war man damit über jegliche Konkurrenz erhaben.

Die Reaktion des Publikums war anfangs verhalten, man traute so viel Science Fiction nicht so recht. Erst als sich die Aprilia als problemlos erwies und bei diversen Rennstrecken zu reüssieren begann. Neben der Limousine konnte auch die Aprilia als Fahrgestell geliefert werden. Daran wussten sich alle namhaften Karosseure ihrer Zeit mit mehr oder weniger gelungenen Entwürfen zu verwirklichen. Die Produktion begann im französischen Werk, wo sie als Ardennes gebaut wurde, eher als in der italienischen Heimat. Mit Citroëns Traction Avant und Fiats 1500 hatte die Aprilia da wie dort Mitbewerber mit überlegener monetärer Potenz im Hintergrund. Vincenzo Lancia erlag am 15. Februar 1937 einem Herzinfarkt und erlebte den Produktionsbeginn seiner Aprilia in Italien nicht mehr mit. Sein Sohn Gianni führte an seiner Stelle die Geschäfte fort. 1939 folgte eine zweite Serie der Aprilia mit größerem Hubraum und optischen Retuschen. Bis 1949 blieb die Aprilia im Programm und nicht einmal der Weltkrieg konnte ihre Produktion stoppen. Nach gut 27.000 gebauten Stück endete schließlich ihre Produktion.

Diese Aprilia rollte am 22. März 1938 aus dem Lancia-Werk. Als Berlina Lusso der 1. Serie kam sie in den Genuss eines etwas hochwertigeren Interieurs und von seitlichen Trittbrettern. Ihre Heimat fand sie auf Sizilien, wo sie auch nach dem Krieg wieder auf das Kennzeichen T.P. 2427 in der Provinz Trapani zugelassen wurde. Es ist überliefert, dass sie sowohl in den Vorkriegs- als auch in den Nachkriegsjahren eine durchaus sportliche Vergangenheit mit diversen Renneinsätzen gehabt haben soll, was jedoch dazu führte, dass sie 1948 einer „Herztransplantation“ bedurfte. Mit 27. Oktober ist dieser Motortausch ganz offiziell in den alten Papieren eingetragen. Im alten Libretto finden sich nur zwei Einträge mit demselben Familiennamen. Erst Ende der 1999 verließ die Aprilia Sizilien Richtung Livorno in die Sammlung eines großen Lancia Connaisseurs. Der nahm sich umgehend um seine Aprilia Siciliana an und investierte viele Nullen an Lira um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Der in den 1980ern eingebaute 1.500-Kubik-Motor der 2. Serie wurde wieder mit einem korrekten Aggregat der 1. Serie ersetzt. Tatsächlich gelang es sogar den originalen Block von 1948 aufzutreiben, der noch heute beim Auto ist. Über jede Investition und jede Ausfahrt wurde akribisch Buch geführt. Abgeschlossen wurde das Werk letztlich 2009 nachdem sogar noch der Originalstoff für das Interieur aufgetrieben werden konnte.

Im Frühjahr 2010 konnte der Einbringer die Aprilia von diesem Sammler erwerben. Zehn Jahre lang war sie ihm ein treuer Begleiter, auch auf weiten Urlaubsreisen. Nachdem der Beginn der Restauration nun bereits über zwei Jahrzehnte zurückliegt, erzählen charmante Gebrauchsspuren von vielen Kilometern und schönen Erinnerungen. Vincenzo Lancia hatte mit der Aprilia ein letztes Meisterwerk von einem Automobil geschaffen, das damals seiner Zeit weit voraus war. Diese Aprilia vermittelt genau diesen Eindruck auch heute noch.

Chassis: 38-5836,
Motor: 13213,
Papiere: Österreichische Einzelgenehmigung, Italienische Carta Di Circulazione von 1954 (entwertet) und Carte d'Identite FIVA (# 044843)


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 17.10.2020 - 16:00
Auktionsort: Messezentrum Salzburg
Besichtigung: 16.10. - 17.10.2020


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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