Lot No. 31 V


1957 BMW 502 L


Chassis: 62641
Papiere: Österreichischer Typenschein

Barockengel aus dem Hause Hohenlohe

1952 wollte BMW mit dem 501 zurück in die automobile Oberklasse. Diese Sechszylinder-Version mit mangelndem Temperament stellte man bereits 1954 mit dem Typ 502 den ersten deutschen Achtzylinder-PKW nach dem Krieg zur Seite. Dessen grundsätzlich vom 501 übernommene Karosserie wurde geringfügig modernisiert und mit etwas Zierrat zum Luxusmodell aufgewertet. Auch das Interieur verströmte im 502 weit mehr Prunk als im Basismodell. Der neue Leichtmetall-V8 mit 2,6 Liter Hubraum leistete anfangs 100 PS und verhalf der Limousine nun zu standesgemäßen Werten. Ab 1955 kam eine 3,2 Liter Variante mit Leistungsstufen von 140 bis 160 PS mit ins Programm. Die Presse lobte des Triebwerks wegen seiner Laufruhe, Ausgeglichenheit und Elastizität und überschlug sich anfangs noch vor Lob für das aerodynamische Design. Ein Jahrzehnt später war das längst überholt und wirkte im Vergleich zur Konkurrenz aus der Zeit gefallen. Mehr noch, BMW hatte sich mit seiner prestigeträchtigen Oberklasse übernommen und wäre Ende der 1950er Jahre fast in den Bankrott geschlittert. Mit jedem einzelnen der knapp 23.000 produzierten Exemplare soll BMW über 4000 DM verloren haben. Gerettet wurde BMW dann von den ganz kleinen. Ohne Isetta und 700 wären in München die Lichter längst ausgegangen.

Der schwarze 502 ist eine Österreichische Erstauslieferung und wurde 1957 erstmals zugelassen. Seit Mitte der 90er Jahre ist er im Besitz des Journalisten, TV-Moderators und Opernball-Kommentators Karl Hohenlohe, der das Fahrzeug seinem Onkel abgekauft hat. Der „Barockengel“ ist also seit Erstauslieferung im Familienbesitz und wurde über die Jahre liebevoll instandgehalten und gepflegt. Das Fahrzeug wurde für Hochzeiten und Filmaufnahmen genutzt und im ÖAMTC-Magazin präsentiert. Der 502 entstammt laut Aussage des Einbringers der weiterentwickelten Version “Super”, die 1957 zu den Händlern kam. Im Zulassungsschein sind noch 120 PS vermerkt aber dank eines Motortausches in den 70er Jahren mit leicht angehobener Verdichtung und zwei Doppelvergasern bringt das Auto 140 PS. Heute steht eine Kombination aus einem richtungsweisenden Fahrzeug und einer nicht nur für Österreich interessanten Eigentümer-Geschichte vor uns. Ein Barockengel, dem man mit seiner ehrlichen Patina, sein Leben und in den Dokumenten seine repräsentative Herkunft ansieht. Ein schönes Stück Fahrzeuggeschichte eines fahraktiven Luxusautos, das die Blaupause für die Sportwagen-Ikonen 503 und 507 lieferte.

01.07.2023 - 15:00

Realized price: **
EUR 33,350.-
Estimate:
EUR 35,000.- to EUR 50,000.-

1957 BMW 502 L


Chassis: 62641
Papiere: Österreichischer Typenschein

Barockengel aus dem Hause Hohenlohe

1952 wollte BMW mit dem 501 zurück in die automobile Oberklasse. Diese Sechszylinder-Version mit mangelndem Temperament stellte man bereits 1954 mit dem Typ 502 den ersten deutschen Achtzylinder-PKW nach dem Krieg zur Seite. Dessen grundsätzlich vom 501 übernommene Karosserie wurde geringfügig modernisiert und mit etwas Zierrat zum Luxusmodell aufgewertet. Auch das Interieur verströmte im 502 weit mehr Prunk als im Basismodell. Der neue Leichtmetall-V8 mit 2,6 Liter Hubraum leistete anfangs 100 PS und verhalf der Limousine nun zu standesgemäßen Werten. Ab 1955 kam eine 3,2 Liter Variante mit Leistungsstufen von 140 bis 160 PS mit ins Programm. Die Presse lobte des Triebwerks wegen seiner Laufruhe, Ausgeglichenheit und Elastizität und überschlug sich anfangs noch vor Lob für das aerodynamische Design. Ein Jahrzehnt später war das längst überholt und wirkte im Vergleich zur Konkurrenz aus der Zeit gefallen. Mehr noch, BMW hatte sich mit seiner prestigeträchtigen Oberklasse übernommen und wäre Ende der 1950er Jahre fast in den Bankrott geschlittert. Mit jedem einzelnen der knapp 23.000 produzierten Exemplare soll BMW über 4000 DM verloren haben. Gerettet wurde BMW dann von den ganz kleinen. Ohne Isetta und 700 wären in München die Lichter längst ausgegangen.

Der schwarze 502 ist eine Österreichische Erstauslieferung und wurde 1957 erstmals zugelassen. Seit Mitte der 90er Jahre ist er im Besitz des Journalisten, TV-Moderators und Opernball-Kommentators Karl Hohenlohe, der das Fahrzeug seinem Onkel abgekauft hat. Der „Barockengel“ ist also seit Erstauslieferung im Familienbesitz und wurde über die Jahre liebevoll instandgehalten und gepflegt. Das Fahrzeug wurde für Hochzeiten und Filmaufnahmen genutzt und im ÖAMTC-Magazin präsentiert. Der 502 entstammt laut Aussage des Einbringers der weiterentwickelten Version “Super”, die 1957 zu den Händlern kam. Im Zulassungsschein sind noch 120 PS vermerkt aber dank eines Motortausches in den 70er Jahren mit leicht angehobener Verdichtung und zwei Doppelvergasern bringt das Auto 140 PS. Heute steht eine Kombination aus einem richtungsweisenden Fahrzeug und einer nicht nur für Österreich interessanten Eigentümer-Geschichte vor uns. Ein Barockengel, dem man mit seiner ehrlichen Patina, sein Leben und in den Dokumenten seine repräsentative Herkunft ansieht. Ein schönes Stück Fahrzeuggeschichte eines fahraktiven Luxusautos, das die Blaupause für die Sportwagen-Ikonen 503 und 507 lieferte.


Buyers hotline Mon.-Fri.: 10.00am - 4.00pm
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auction: Classic Cars
Auction type: Saleroom auction with Live Bidding
Date: 01.07.2023 - 15:00
Location: Vösendorf
Exhibition: 29.06. - 01.07.2023


** Purchase price incl. charges and taxes

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